Naturschutz

Waldeigentümer fordern Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes

Waldeigentümerverbände präsentieren eine Kampagne zur finanziellen Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes. Angesichts der Klimawandel-Schäden fordern sie eine Vergütung für die CO2-Speicherung, um die Wälder zu stabilisieren und zukunftsfähig zu machen.

Neue Kampagne „Wald ist Klimaschützer“ vorgestellt

Die AGDW – Die Waldeigentümer und die Familienbetriebe Land und Forst haben im Rahmen der Themenwoche Nachhaltigkeit im Deutschen Bundestag eine neue Informationskampagne mit dem Titel „Wald ist Klimaschützer“ vorgestellt. Die Präsentation erfolgte im Regierungsviertel vor Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner, dem Unions-Fraktionsvorsitzenden Ralf Brinkhaus und weiteren Bundestagsabgeordneten.

Im Zentrum der Kampagne steht die Forderung nach einer finanziellen Honorierung der Klimaschutzleistung des Waldes. Diese ist für Waldeigentümer von Bedeutung, da die Auswirkungen des Klimawandels die deutschen Wälder bedrohen. Aktuell sind rund 285.000 Hektar Wald geschädigt, mit einem Schadholzaufkommen von 178 Millionen Festmetern. Betroffen sind alle Baumarten, was zu vertrockneten Wäldern, Waldbränden und Schädlingsbefall führt. Gleichzeitig leiden viele Waldbesitzer unter geringen Holzpreisen und fehlenden Einnahmen für die Wiederbewaldung.

Die aktuelle Katastrophe in unseren Wäldern macht deutlich: Es wird höchste Zeit, die Wälder über die Honorierung der Klimaschutzleistung zu stabilisieren und zukunftsfähig zu machen.

Dies betonte Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. Das Cluster Forst und Holz bindet jährlich über 127 Millionen Tonnen CO2, was etwa 14 Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes der deutschen Volkswirtschaft entspricht. Ein Hektar Wald speichert durchschnittlich 8 Tonnen CO2 pro Jahr, weshalb die Zahl 8 ein zentrales Element der Kampagne ist.

Angesichts der enormen CO2-Speicherleistung unserer Wälder ist es nur gerecht, dass diese Leistung einen Preis erhält. Schließlich ist die Waldwirtschaft als größte CO2-Senke der ‚Stakeholder Nr.1‘ in Sachen Klimaschutz.

So Max von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst. Die Verbände kritisieren, dass die Bedeutung dieser Klimaschutzleistung zu wenig bekannt ist und wollen dies mit der Kampagne ändern. Die Bundesregierung hat im vergangenen Jahr beschlossen, ab 2021 die CO2-Emissionen in den Sektoren Verkehr und Gebäude zu bepreisen. Die daraus resultierenden Einnahmen sollen in den Energie- und Klimafonds fließen.

Die Vorsitzenden fordern, dass Waldbewirtschaftende für ihre CO2-Senkenleistung aus diesem Fonds honoriert werden. Sie argumentieren, dass es konsequent sei, die CO2-Aufnahme durch Wälder zu vergüten, wenn der CO2-Ausstoß einen Preis erhält. Ein Modell zur Honorierung liegt vor und orientiert sich am stofflichen Anteil des zuwachsenden Holzes, der nicht energetisch genutzt wird.

Demnach soll der ab 2021 festgelegte Preis von 25 Euro pro Tonne CO2 mit 4,5 multipliziert werden, was einer jährlichen Honorierung von 112,50 Euro pro Hektar Wald entspricht. Diese Prämie würde mit dem Anstieg des CO2-Preises auf 55 Euro im Jahr 2025 auf knapp 250 Euro pro Hektar und Jahr steigen. Die Präsidenten betonen die Notwendigkeit eines verlässlichen Modells, das Waldbesitzer im Klimaschutz unterstützt und die Existenz ihrer Wälder sichert.

16.09.2020

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