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Warum Kunstrasen gepflegt werden muss

14.07.2021

Ohne regelmäßige Pflege verlieren Kunstrasenplätze an Dämpfung und Sicherheit. Mit passender Technik lassen sich Verschleiß, Mikroplastikeintrag und hohe Sanierungskosten dauerhaft vermeiden.

Regelmäßige Pflege sichert Funktion und Lebensdauer von Kunstrasenplätzen

Kunstrasenplätze zählen zu den kostenintensiven Investitionen im kommunalen Sportstättenbau. Werden sie nicht regelmäßig gepflegt, steigen Rutsch- und Verletzungsgefahr deutlich an. Zudem verlieren die Beläge ihre Dämpfungseigenschaften, und die Fasern werden dauerhaft plattgetreten.

Für Kommunen und Betreiber von Sportanlagen ist eine systematische Pflege daher wirtschaftlich sinnvoll. Die laufenden Kosten für geeignete Technik liegen deutlich unter denen einer vorzeitigen Komplettsanierung. Im Fokus steht dabei die Frage, welches System im Einsatz ist.

Verfüllt oder unverfüllt – Unterschiede im System

Bei verfüllten Systemen sorgt feines Gummigranulat zwischen den Borsten für Stabilisierung und Dämpfung. In den vergangenen Jahren gewinnen jedoch unverfüllte Varianten an Bedeutung. Hier übernehmen kleinere Stützborsten die Funktion des Granulats.

Ein wesentlicher Treiber ist der Umweltschutz. Studien zufolge gelangen durch Kunststoffgranulate mehrere tausend Tonnen Mikroplastik in die Umwelt. Zudem ist die Pflege verfüllter Systeme aufwendiger, da Spezialmaschinen erforderlich sind, die Granulat aufnehmen, reinigen und wieder einbringen.

Unverfüllte Plätze gelten als nachhaltigere Alternative und sind im Unterhalt weniger kostenintensiv. Auch wenn die Anschaffung teurer ist, rechnen sich die Systeme über die Lebensdauer.

Technik für die regelmäßige Pflege

Mit speziellen Kunstrasen-Kits lassen sich gängige Kehrmaschinen für die Rasenpflege umrüsten. Statt der Standardkehrwalze kommt eine antistatische Kunstrasenkehrwalze zum Einsatz. So können Sportflächen und angrenzende Hartflächen mit einer Maschine bearbeitet werden.

Über die Zeit sammeln sich Laub, Steinchen, Haare und Straßenschmutz im Belag. Die Reinigung wirkt wie eine Massage für die Fasern und sollte entgegen der Wuchsrichtung erfolgen. Wichtig ist eine fixe Rasterung der Kehrwalze, um den Anpressdruck gleichmäßig zu reduzieren.

Der Seitenbesen sollte nur am Rand eingesetzt werden. Auf der Fläche selbst würde er die Fasern unnötig belasten. Die Kehrwalze darf nicht im Stand laufen, und das Lenkrad sollte bei Aufsitzmaschinen nicht im Stillstand eingeschlagen werden.

Empfohlen wird ein Eindringen der Borsten von rund 10 mm in den Belag. Weite Radien reduzieren die Belastung der Fasern. Bei starker Verschmutzung ist eine geringere Fahrgeschwindigkeit sinnvoll.

Gesamte Anlage im Blick behalten

Entscheidend ist die Pflege der kompletten Sportanlage. Saubere Gehwege, Parkplätze und Außenbereiche reduzieren den Schmutzeintrag auf das Spielfeld deutlich. Kehrmaschinen mit Nasskehrfunktion ermöglichen den Einsatz auch bei ungünstiger Witterung.

Angrenzende Tartanbahnen lassen sich mit Flächenreinigern von 30 bis 50 cm Arbeitsbreite effizient säubern. Hochdruck-Power-Düsen erzeugen ausreichend Aufprallkraft, sodass in der Regel auf Reinigungsmittel verzichtet werden kann. Das Schmutzwasser wird anschließend in die Kanalisation abgeleitet.

Maschinentechnik nicht vergessen

Nach dem Einsatz ist auch die Kommunaltechnik selbst zu warten. Filter werden über den vorgesehenen Mechanismus gereinigt, Kehrgutbehälter entleert und Flusensiebe gesäubert. Kehrwalze und Seitenbesen sind auf eingewickelte Fremdkörper zu kontrollieren.

Regelmäßige Pflege von Platz und Technik sichert die Funktion des Belags langfristig. Gerade unverfüllte Systeme lassen sich mit überschaubarem Invest instand halten – und gewährleisten dauerhaft sichere Spielbedingungen.

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