Zweite Deichlinie an der Isar: Ein wichtiger Schritt für die Sicherheit
Der Hochwasserschutz in Niederbayern wird weiter ausgebaut. Aktuell betrifft dies die zweite Deichlinie an der Isar bei Fischerdorf. Anlässlich des Spatenstichs betonte der bayerische Umweltminister Dr. Marcel Huber die Bedeutung dieser Maßnahmen.
„Wir wollen Bayern wasserfest machen. Der Schutz von Menschen hat oberste Priorität. Die zweite Deichlinie an der Isar ist dabei ein wesentlicher Baustein. In Zukunft wird ganz Fischerdorf vor einem 100-jährlichen Hochwasser sicher sein.“
Im Zuge des staustufenfreien Donauausbaus zwischen Straubing und Deggendorf sind weitere Projekte für einen umfassenden Hochwasserschutz geplant, darunter der Ringdeich Natternberg und der Neubau des Schöpfwerkes Natternberg. Die zweite Deichlinie bei Fischerdorf erstreckt sich über eine Gesamtlänge von 3,5 Kilometern und verläuft parallel zum bestehenden Hochwasserdeich entlang der Isar.
Umfangreiche Baumaßnahmen und ökologische Aspekte
Nach der Hochwasserkatastrophe vor einem Jahr wurden die gebrochenen Deiche bei Fischerdorf und Auterwörth im Rahmen des Sofortprogramms Hochwasserschutz wiederhergestellt und mit Stahlspundwänden verstärkt. In Auterwörth wurden 2013 rund 1,8 Millionen Euro investiert, am linken Isardeich bei Fischerdorf etwa 4 Millionen Euro.
Der Neubau der zweiten, bis zu fünf Meter hohen Deichlinie stellt den nächsten Schritt dar. Bis Ende 2017 sollen rund 340.000 Kubikmeter Erdreich bewegt und 4.000 Quadratmeter Stahlspundwände verbaut werden. Die Investition von über 21 Millionen Euro für diese Deichlinie soll die Sicherheit in Fischerdorf und der Region erhöhen.
Die Baumaßnahmen berücksichtigen auch ökologische Aspekte. Auf den Deichböschungen sind magere Grünlandflächen vorgesehen, die Lebensraum für seltene Eidechsen und Schmetterlinge bieten sollen. Durch Neupflanzungen und die Umwandlung von bestehenden Forstflächen werden zudem gut 7,5 Hektar neue Hart- und Weichholzauen entwickelt. Auf ehemaligen Ackerflächen entstehen extensive Grünlandflächen, beispielsweise für die Orchideenart Frauenschuh.
Investitionen in den Hochwasserschutz
Allein im Bereich des Wasserwirtschaftsamts Deggendorf wurden im vergangenen Jahr 17 Millionen Euro aus dem Sofortprogramm Hochwasserschutz investiert. Damit wurden insbesondere die überfluteten Schöpfwerke Saubach, Fischerdorf, Natternberg und Landgraben instand gesetzt. Für das Jahr 2014 ist geplant, im Rahmen des Sofortprogramms weitere rund 40 Kilometer Bestandsdeiche zwischen Straubing und Vilshofen mit Innendichtungen auszustatten.
Bis zum Jahr 2020 plant Bayern, weitere 1,6 Milliarden Euro in den Ausbau des Hochwasserschutzes zu investieren. Seit 2001 wurden bereits 1,8 Milliarden Euro für entsprechende Maßnahmen eingesetzt.