Die unverzichtbare Rolle von Bestäubern für unsere Ökosysteme
Ab Mitte Mai können frostempfindliche Gemüsepflanzen ins Freiland gesetzt werden. Für eine reiche Ernte sind viele Kulturpflanzen auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Der Weltbienentag am 20. Mai rückt die Bedeutung dieser fleißigen Bestäuber in den Fokus.
Während Honigbienen einen wesentlichen Beitrag zur Bestäubung leisten, zeigen Wildbienen eine bemerkenswerte Effizienz. Für die Bestäubung eines Hektars Apfelkultur sind beispielsweise bis zu 100.000 Honigbienen notwendig, während nur 530 Weibchen der Gehörnten Mauerbiene (Osmia cornuta) dieselbe Leistung erbringen können. Hummeln, die ebenfalls zu den Wildbienen zählen, fördern durch ihren schnellen Flügelschlag die Pollenfreisetzung aus Blüten, was insbesondere bei Tomaten zu einem guten Fruchtansatz führt.
Wildbienen benötigen für sich und ihren Nachwuchs Nektar und Pollen, vorzugsweise von heimischen Wildpflanzen. Durch die Anlage naturnaher Blühflächen und eine gezielte Pflanzenauswahl im Garten kann ein ganzjähriges Nahrungsangebot für Wildbienen geschaffen werden.
100 der für den Menschen wichtigsten Kulturpflanzenarten sind zu 80% von Bestäubern abhängig. Global gesehen liegt der ökonomische Wert der Bestäubung bei über 150 Milliarden Euro pro Jahr. Der Erhalt und die Förderung heimischer Wildbienenarten ist für den Menschen also essenziell.
Dies betont Katja Batakovic, fachliche Leiterin von „Natur im Garten“.
Bepflanzungsidee für ein insektenfreundliches Hochbeet
Für ein Standardhochbeet (120 cm x 80 cm) kann eine insektenfreundliche Bepflanzung nach dem Konzept „Hummelkasten“ umgesetzt werden. Hierfür werden folgende Materialien benötigt:
- 10 Stück Steppen-Salbei (Salvia nemorosa, auch Gartensorten der Art)
- 3 Paradeispflanzen (Tomatenpflanzen)
- Samen von Hornklee, Rotklee und Borretsch
- 3 Stützstäbe für die Paradeiser
Die Pflanzung erfolgt, indem zu beiden Seiten der Beetfläche, etwa 15 cm von der Mittellinie entfernt, jeweils fünf (insgesamt zehn) Salbeipflanzen in gleichmäßigem Abstand gesetzt werden. Rundherum werden Klee und Borretsch locker ausgesät. Ab Mitte Mai können entlang der Mittellinie die drei Paradeispflanzen im Abstand von etwa 50 cm zueinander gepflanzt werden.
