Neue Partnerschaft für den globalen Artenschutz
Deutschland und Kolumbien haben auf der Weltnaturkonferenz in Montreal eine Initiative gestartet, die Entwicklungsländer bei der Implementierung ihrer nationalen Biodiversitätsstrategien und Aktionspläne (NBSAP) unterstützen soll. Diese Pläne werden an die neue globale Zielvereinbarung zur Biodiversität angepasst.
Die Bundesregierung hat zugesagt, insgesamt 29 Millionen Euro für die neue Partnerschaft, die sogenannte „NBSAP Accelerator Partnership“, bereitzustellen. Ziel ist es, ein Umsetzungsinstrument für den weltweiten Schutz der biologischen Vielfalt zu etablieren und die Ambitionen in diesem Bereich zu steigern.
Wir brauchen endlich die Trendwende beim Verlust der biologischen Vielfalt und beim weltweiten Artenaussterben. Wir haben keine Zeit mehr zu verlieren. Mit der heute ins Leben gerufenen Partnerschaft können wir unmittelbar nach Beschluss der neuen globalen Vereinbarung für die biologische Vielfalt mit der Umsetzung starten. Das ist eine unverzichtbare Investition in unsere gemeinsame Zukunft und die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen. Wir wollen eine echte Partnerschaft etablieren, bei der alle relevanten Akteure einbezogen werden und Verantwortung übernehmen.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke betonte die Notwendigkeit einer Trendwende beim Verlust der biologischen Vielfalt. Entwicklungs-Staatssekretär Jochen Flasbarth hob hervor, dass der Schutz der globalen biologischen Vielfalt eine partnerschaftliche Aufgabe sei, da der Großteil des Artenreichtums in Schwellen- und Entwicklungsländern liege.
Der Schutz unserer globalen biologischen Vielfalt ist eine zutiefst partnerschaftliche Aufgabe. Denn die biologische Vielfalt ist wie eine Lebensversicherung für die gesamte Menschheit. Der Großteil des Artenreichtums unserer Erde befindet sich in Schwellen- und Entwicklungsländern. Wenn die Menschen dort ihre Natur schützen, schützen sie zugleich auch unsere Lebensgrundlagen in Deutschland. Darum haben wir auch eine Verantwortung, Schutz, nachhaltige Nutzung und Wiederherstellung von Natur in Entwicklungsländern tatkräftig zu unterstützen. Wir tun das als Partner, die gemeinsam an einer Trendwende gegen die Naturzerstörung arbeiten. Die neue Partnerschaft ist bewusst als gemeinsame Initiative von Entwicklungs- und Industrieländern konzipiert. Gemeinsam mit Pionierländern werden wir nach der Weltnaturkonferenz die ersten Umsetzungsschritte gemeinsam angehen.
Die Staatengemeinschaft in Montreal strebt ambitionierte Ziele für den Biodiversitätsschutz sowie entsprechende Kontroll- und Umsetzungsmechanismen an. Diese Ziele sollen anschließend von den Regierungen in nationale Politikstrategien überführt werden.
Die NBSAP Accelerator Partnership wird gemeinsam von Entwicklungs- und Industrieländern geführt. Sie zielt darauf ab, nationale Regierungen bei der Überarbeitung, Umsetzung, Überwachung und Überprüfung ehrgeiziger NBSAPs zu unterstützen. Dies soll dazu beitragen, die direkten und indirekten Ursachen des Biodiversitätsverlustes wirksam zu bekämpfen. Zudem sollen komplementäre Initiativen mit spezifischer Expertise in die Partnerschaft integriert werden, um Länder gezielt zu unterstützen.
Deutschland wird die Partnerschaft in einer ersten Phase mit 29 Millionen Euro fördern. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz stellt 20 Millionen Euro bereit. Diese Mittel sind für die Etablierung der globalen Architektur der Partnerschaft, den Match-Making-Mechanismus, die Berichterstattung und Überwachung von Indikatoren sowie den direkten Kapazitätsaufbau in den Ländern vorgesehen.
Das Entwicklungsministerium steuert 9 Millionen Euro bei, um weitere Unterstützungspakete in ausgewählten Entwicklungsländern zu finanzieren. Diese Pakete konzentrieren sich auf die nationale Umsetzung der aktualisierten Biodiversitätsstrategien, den Wissenstransfer und den Süd-Süd-Austausch. Dabei werden auch indigene Völker und lokale Gemeinschaften einbezogen.