Bodendegradation nimmt weltweit zu – Forderung nach verbindlichen Schutzregeln

Naturschutz

Ein Drittel der Ackerflächen weltweit ist geschädigt. Experten fordern verbindliche internationale Regeln, um Böden als zentrale Ressource für Ernährung, Klima und Wirtschaft nachhaltig zu schützen.

Experten fordern globale Strategien gegen fortschreitenden Bodenverlust

Weltweit ist rund ein Drittel der Ackerflächen von Degradation betroffen. Nach Angaben der Vereinten Nationen entstehen durch menschliche Eingriffe pro Minute etwa 23 Hektar Wüstenfläche. Hauptursache ist eine nicht nachhaltige Bewirtschaftung der Böden, deren Folgen zunehmend globale Dimensionen annehmen.

Böden sind eine zentrale Ressource: Sie bilden die Grundlage für rund 90 Prozent der Nahrungsmittelproduktion und gewinnen zusätzlich als Basis für nachwachsende Rohstoffe an Bedeutung. Gleichzeitig steigt der Nutzungsdruck durch Bevölkerungswachstum, veränderte Ernährungsgewohnheiten und fortschreitende Urbanisierung.

Wachsende Belastung durch Nutzung und Flächenverbrauch

Mit dem Überschreiten der Sieben-Milliarden-Marke der Weltbevölkerung und einem steigenden Anteil urbaner Räume nimmt der Druck auf fruchtbare Flächen weiter zu. Neben der Ausdehnung von Siedlungsflächen führt insbesondere der wachsende Bedarf an Futtermitteln zu einer intensiveren landwirtschaftlichen Nutzung.

„Wir haben unsere Böden viel zu lange vernachlässigt. Es ist höchste Zeit, sie besser zu schützen und den steigenden Nutzungsdruck auf Böden besser in den Griff zu bekommen.“

Schäden wie Erosion, Verdichtung oder Versalzung wirken langfristig. Die Regeneration von Böden kann Jahrzehnte bis Jahrhunderte dauern, während Sanierungsmaßnahmen häufig kostenintensiv und aufwendig sind.

Internationale Regelungen bislang unzureichend

Der Schutz von Böden ist bislang auf internationaler Ebene nur unzureichend geregelt. Bestehende Abkommen greifen meist zu kurz oder behandeln das Thema nur am Rande. So konzentriert sich die Konvention zur Bekämpfung der Wüstenbildung auf Trockengebiete, während andere Umweltabkommen Böden nicht umfassend berücksichtigen.

Fachleute fordern daher einen verbindlichen, global abgestimmten Ansatz für ein nachhaltiges Bodenmanagement. Ziel ist es, klare Rahmenbedingungen zu schaffen und die Ressource Boden langfristig zu sichern.

„Es gibt immer mehr Menschen auf der Erde und unsere Ansprüche an die Leistungen der Natur steigen. Das führt zum Verlust der fruchtbaren Böden, wenn diese nicht nachhaltig bewirtschaftet werden.“

Bodenschutz als gemeinsame Aufgabe

Mit der Initiative „Protecting Soils for our Common Future – A call for action“ liegt bereits ein international abgestimmter Handlungsaufruf vor. Dieser wurde gemeinsam von Fachleuten aus Wissenschaft und Institutionen erarbeitet und adressiert Politik, Wirtschaft und Gesellschaft gleichermaßen.

Auch national werden Maßnahmen vorangetrieben, etwa durch Forschungs- und Technologieverbünde zum Boden- und Landmanagement. Ziel ist es, konkrete Lösungsansätze zu entwickeln und den Bodenschutz stärker in den Fokus zu rücken.

Die zunehmende Flächeninanspruchnahme und der Verlust fruchtbarer Böden betreffen auch planerische Aufgaben im Garten- und Landschaftsbau, insbesondere bei Flächenentwicklung und nachhaltiger Nutzung. Der langfristige Erhalt leistungsfähiger Böden bleibt damit eine zentrale Herausforderung über alle Sektoren hinweg.

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