Naturschutz, Wettbewerbe und Jubiläen

Gartentier des Jahres 2024: Sechs Kandidaten zur Wahl

Die Heinz Sielmann Stiftung ruft zur Wahl des Gartentiers des Jahres 2024 auf. Sechs Kandidaten stehen zur Auswahl, um auf die Bedeutung naturnaher Gärten für die Artenvielfalt hinzuweisen. Die Online-Wahl läuft bis zum 11. Juni.

Bedeutung naturnaher Gärten für die Artenvielfalt

Die Heinz Sielmann Stiftung ruft zum 14. Mal zur Wahl des Gartentiers des Jahres auf. Mit dieser Aktion, die seit 2010 stattfindet, soll auf die Bedeutung naturnaher Gärten für die Artenvielfalt hingewiesen werden. Gartenbesitzer können durch entsprechende Gestaltung wertvolle Rückzugsräume für Tiere und Pflanzen schaffen.

Wer naturnah gärtnert, fördert damit die Biodiversität innerhalb von Städten und Ortschaften. Gärten können wertvolle Rückzugsräume für zahlreiche Tiere und Pflanzen sein, darunter sogar so manche bedrohte Arten.

Erklärt Dr. Hannes Petrischak, Leiter des Geschäftsbereichs Naturschutz bei der Heinz Sielmann Stiftung. Er betont, dass angesichts des Verlusts von Lebensräumen durch intensive Landnutzung weitere Maßnahmen erforderlich sind.

Viele unserer heimischen Tier- und Pflanzenarten finden kaum mehr geeignete Lebensräume in unserer Kulturlandschaft und drohen zu verschwinden. Neben naturfreundlichem Gärtnern sind daher ein nachhaltiger Konsum und zivilgesellschaftliches Engagement für mehr Natur- und Artenschutz von größter Bedeutung.

Die Online-Publikumswahl läuft vom 8. April bis zum 11. Juni 2024. Am 12. Juni wird das Gartentier des Jahres 2024 bekannt gegeben. Unter allen Teilnehmenden werden Preise verlost, die von „GartenFlora“, „Naturschutzcenter.de“ und „SECACAM“ gestiftet werden. Der Hauptpreis ist ein Familien-Wochenende in Sielmanns Natur-Erlebniszentrum Gut Herbigshagen.

Ein Expertengremium der Heinz Sielmann Stiftung hat sechs Kandidaten nominiert:

Die Kandidaten im Überblick

Ligusterschwärmer – Nachtaktiver Kolibri-Schwärmer

Der Ligusterschwärmer ist ein Nachtfalter mit einer Flügelspannweite von bis zu 10 Zentimetern. Er kann im Flug Nektar aus Blüten saugen, ähnlich einem Kolibri. Seine Eier legt er an Ligustersträuchern ab, da sich die Raupen von deren Blättern ernähren. Die Raupen, die eine sphinxähnliche Körperhaltung einnehmen, sind im Garten häufiger anzutreffen als der nachtaktive Falter.

Zauneidechse – Flinker Sonnenanbeter

Die streng geschützte Zauneidechse findet in naturnahen Gärten geeigneten Lebensraum. Ein ausreichendes Nahrungsangebot an Insekten und Spinnen sowie Versteckmöglichkeiten wie Reisig-, Totholz- oder Steinhaufen sind wichtig. Als wechselwarmes Tier benötigt sie sonnige Plätze zum Aufwärmen. Die Männchen zeigen in der Paarungszeit eine smaragdgrüne Färbung.

Hausrotschwanz – Quietschend-knirschender Sänger

Der Hausrotschwanz, ursprünglich aus alpinen Felslandschaften stammend, nutzt Mauernischen oder Vordächer von Gebäuden als Brutplatz. Naturnahe Gärten bieten ihm Lebensraum. Er ruht und singt auf Dachfirsten, Bäumen oder Büschen. Beerensträucher, Spinnen und Insekten dienen ihm als Nahrungsquelle.

Rotfuchs – Anpassungsfähiger Opportunist

Der Rotfuchs ist ein Nahrungsgeneralist und sehr anpassungsfähig. Er findet in Gärten Futter und Verstecke, darunter Mäuse, Regenwürmer, Schnecken und Früchte. Hohlräume unter Garagen, Gartenlauben oder Holzhaufen dienen ihm als Unterschlupf, falls kein Dachsbau verfügbar ist. Eine Fütterung sollte unterbleiben, um seine natürliche Scheu vor dem Menschen zu erhalten.

Zebraspringspinne – Jäger mit ausgeklügelter Sprungtechnik

Die Zebraspringspinne ist trotz ihrer geringen Körperlänge von fünf bis sieben Millimetern ein effektiver Räuber. Ihr Hinterleib weist schwarz-weiße Streifen auf. Sie ist häufig zwischen Mai und Oktober auf sonnenbeschienenen Terrassen oder an Laubenwänden zu finden. Mit ihrer Sprungtechnik jagt sie Fliegen, Stechmücken und Blattläuse.

Tigerschnegel – Nützliche Schnecke im Leopardenlook

Der nachtaktive Tigerschnegel mit seinem Fleckenmuster ist im Garten oft unter Steinen, Totholz, Blumentöpfen oder Planen anzutreffen. Mit bis zu 20 Zentimetern Körperlänge gehört er zu den größten Nacktschneckenarten Deutschlands. Er ernährt sich von Abfällen, Aas und Pilzen, aber auch von anderen jungen Schnecken und deren Eiern. Frische Pflanzen werden vom Tigerschnegel nicht gefressen.

08.04.2024

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