Konflikte vermeiden und Nützlinge schützen
Wenn Wespen ihre Nester in der Nähe von frequentierten Bereichen anlegen, kann dies zu Konflikten führen. Ein Nest an einem abgelegenen Ort im Garten ist jedoch in der Regel unproblematisch, sofern ein ausreichender Sicherheitsabstand eingehalten wird. Wespen stechen nicht grundlos, sondern verteidigen damit ihre Brut oder ihr eigenes Leben.
Die Annäherung an ein Wespennest aus geringer Distanz birgt ähnliche Gefahren wie bei einem Bienenstock. Die Stiche sind, sofern keine Allergie vorliegt, nicht gefährlicher als Bienenstiche. Für Allergiker sind jedoch besondere Vorsicht und entsprechende Notfallhilfsmittel unerlässlich. Faltenwespen, zu denen auch Hornissen gehören, spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem Garten. Viele Arten füttern ihren Nachwuchs mit Blattläusen und anderen Kleininsekten und dienen selbst als Nahrung. Da die erwachsenen Tiere der meisten Arten sich zusätzlich von Pflanzen- und Obstsäften oder Nektar ernähren, tragen sie zur Bestäubung bei.
Die verschiedenen Faltenwespenarten sind in vielerlei Hinsicht Nützlinge und sollten daher, wo immer möglich, toleriert werden, um ihren natürlichen Platz im ökologischen Gefüge einnehmen zu können.
Hornissen sind die imposantesten Vertreterinnen unter den „Echten Wespen“. Wo sie vorkommen, halten sich ihre kleineren Verwandten weniger gern auf, da sie unter anderem auf dem Speiseplan der Hornissen stehen. Ein intaktes Hornissenvolk erbeutet pro Tag bis zu 500 Gramm Insekten, darunter auch viele ungebetene Gartengäste. Hornissen sind also wesentlich besser als ihr Ruf.
Wespen sind bei vielen Menschen unbeliebt, da sie beim Essen im Freien durch Süß- oder Fleischspeisen angelockt lästig werden können. In Österreich tragen jedoch hauptsächlich zwei Arten der Faltenwespen zur negativen Wahrnehmung bei: die Deutsche Wespe und die Gemeine Wespe.
Die Deutsche Wespe (Vespula germanica) und die Gemeine Wespe (Vespula vulgaris) bevorzugen dunkle Orte für ihre kugel- oder sackförmigen Nester, wie verlassene Mäuselöcher, Baumhöhlen, Dachböden oder andere versteckte Winkel von Bauwerken. Im Gegensatz dazu bauen die Sächsische Wespe oder die Mittlere Wespe ihre Nester an hellen, frei zugänglichen Stellen, beispielsweise an der Außenseite von Gebäuden, oder wie manche Feldwespenarten in Sträuchern oder hohen Naturwiesen. Letztere errichten kleinere, wabenartige Gebilde, die mit einem Stiel an Zweigen oder an der Außenseite von Bauwerken befestigt sind. Haus-Feldwespen (Polistes dominula) sind leicht an ihrem schlanken Körperbau und den im eher träg wirkenden Flug herabhängenden Beinen zu erkennen. Diese Wespenarten sind friedliebend, dennoch werden ihre Nester oft aufgrund von Vorurteilen und Angst zerstört.
Sollte sich ein Wespennest in einem selten genutzten Bereich des Gartens befinden, empfiehlt es sich, Tätigkeiten, die das Nest erschüttern oder den Einflugbereich behindern könnten, auf den Spätherbst nach den ersten Frösten zu verschieben. Das Volk stirbt vor dem Winter ab, und nur die Königinnen überwintern. Das leere Nest kann dann gefahrlos entfernt werden. Im zeitigen Frühjahr können an häufig besiedelten Stellen Wespennest-Attrappen aufgehängt werden, da vermeintlich besiedelte Bereiche für den Neubau von Nestern gemieden werden.
