Großgerät als Strategie: Schernthaner setzt im GaLaBau auf 20- bis 40-Tonnen-Klasse
Ein 22-Tonnen-Kettenbagger oder ein 40-Tonnen-Hybridgerät sind im klassischen Garten- & Landschaftsbau eher die Ausnahme. Beim Familienunternehmen Schernthaner aus Neuried bei München gehören sie jedoch zum Konzept. Neben typischen Erdarbeiten mit dem Cat Hybridbagger 336FLN XE kommt auch der neue Cat 320 regelmäßig zum Einsatz – aktuell bei der Modellierung eines Fußballfelds in Trudering.
Größe ist hier Programm. Der Betrieb, der zusätzlich ein Kompostierwerk und eine Baugerätevermietung betreibt, setzt bewusst auf einen umfangreichen Maschinenpark. Rund 70 Bagger und 50 Lader in unterschiedlichen Gewichtsklassen sind im Schnitt drei Jahre im Einsatz. Vor sechs Jahren fiel der Startschuss für dieses Modell – mit einer Großbestellung von 41 Baumaschinen.
Mietkauf und Mietpark als zweites Standbein
Die Geräte werden unter anderem über die Zeppelin Niederlassung München im Mietkauf übernommen. Sie stehen entweder dem eigenen Team – 130 Mitarbeitende in dritter Generation – zur Verfügung oder werden mit und ohne Fahrer vermietet. Ein eigener Mietpark versorgt zudem Subunternehmer mit Technik.
„Damit streuen wir das Risiko und erweitern die Einsatzmöglichkeiten“
Ein Disponent koordiniert den Maschineneinsatz aus dem Pool. Subunternehmer erhalten neben Gerätetechnik auch Schüttgüter aus dem firmeneigenen Kompostierwerk in Allach. Dort werden Böden und Erden aufbereitet sowie spezielle Substrate hergestellt.
Nach drei Jahren werden die Maschinen gegen neue Technik getauscht. Das Ziel: kalkulierbare Fixkosten, Gewährleistungssicherheit und ein moderner Auftritt auf der Baustelle. Allein in diesem Sommer wurden 15 Cat Radlader 908M ausgeliefert.
Hightech für Präzision und Wirtschaftlichkeit
Der Cat 320 steht exemplarisch für den Technikeinsatz im Unternehmen. Zur Ausstattung zählen:
- integrierte 2D-Maschinensteuerung
- Schwenk- und Hubbegrenzung
- Wägeautomatik
„Im Landschaftsbau zählt Genauigkeit. Wir haben ständig mit Höhenvorgaben zu tun. Da kommt es auf den zentimetergenauen Ausbau und Einbau von Material an“
Zum Einsatz kommen Laser-, Ultraschall- und GPS-Steuerungen. Eine eigene Vermesserin erstellt 3D-Modelle und spielt digitale Geländedaten direkt auf die Maschinen. Auf nahezu jeder Baustelle gibt ein Laser die Höhen vor – auch als Grundlage für eine exakte Abrechnung.
Die Hub- und Schwenkbegrenzung bewährt sich insbesondere in sensiblen Bereichen wie Parks oder im Umfeld von Trambahnen. Die Wägekontrolle ermöglicht präzises Beladen von Lkw und vermeidet kostenintensive Über- oder Unterladungen.
Bodenmanagement als Zukunftsfeld
Ein wachsendes Thema im Großraum München sind kontaminierte Böden. Schernthaner hat in Weilheim eine Zwischenlagerfläche erworben, um belastetes Material zu trennen, zu sieben und teilweise wiederzuverwerten.
„Wir sehen da die Zukunft und wollen dort den Boden trennen, sieben und brechen, um diesen teilweise wieder verwerten zu können. Momentan wird kontaminierter Boden bis nach Polen oder Tschechien gefahren. Das ist völliger Irrsinn und hat dazu geführt, dass die Preise für den Aushub in München rasant gestiegen sind“
Im Schnitt laufen täglich rund 30 Baustellen. Große Baulose werden aufgeteilt und über Werkverträge an Subunternehmer vergeben – nach dem Prinzip eines Generalunternehmers. Mietkunden werden so zu Projektpartnern. Das Ergebnis: In den vergangenen zehn Jahren ist der Betrieb um 300 Prozent gewachsen.
„Dass wir in das Geschäft mit der Miete eingestiegen sind, hat uns zu einer größeren Flexibilität verholfen“


