Die Malven-Langhornbiene: Merkmale und Lebensweise
Die Malven-Langhornbiene (Wildbiene des Monats Dezember 2025) gehört zu den seltensten Wildbienenarten in Deutschland. Ihre Existenz ist eng an das Vorkommen von Malvengewächsen gebunden, da sie ausschließlich Pollen dieser Pflanzenfamilie sammelt. Insbesondere die Rosen-Malve (Malva alcea) und die Moschus-Malve (Malva moschata) dienen ihr als Nahrungsquelle.
Mit einer Körperlänge von 11 bis 13 Millimetern zählt die Malven-Langhornbiene zu den größeren Vertretern ihrer Familie. Die Männchen sind durch ihre langen Fühler charakterisiert, während die Weibchen dichte, verzweigte Sammelhaare an den Hinterbeinen aufweisen. Diese Haare ermöglichen die effiziente Aufnahme der großen, klebrigen Malvenpollen. Ihre goldbraune Behaarung und ihr ruhiger Flug verleihen ihnen ein markantes Erscheinungsbild.
Lebensraum und Nistverhalten
Die Malven-Langhornbiene bevorzugt warme, offene Lebensräume mit lockeren Böden. Dazu zählen Ruderalstellen, Lösslehmhänge, Sandgruben und Binnendünen. Auch in naturnahen Gärten kann sie vorkommen, sofern dort ihre spezifischen Futterpflanzen vorhanden sind. Ihre Nester gräbt sie in sandige oder lehmige Böschungen. Oft nistet sie in Gruppen von bis zu hundert Individuen und nutzt dabei über mehrere Jahre hinweg dieselben Nistplätze und alten Gänge.
Aktivitätszeit und Parasiten
Die Malven-Langhornbiene ist von Mitte Juli bis Ende September aktiv. Während dieser Zeit pendeln die Weibchen zwischen den Malvenblüten und ihren Nestern. Die Larven überwintern als Ruhelarven im Boden und schlüpfen im folgenden Sommer. Ein bekannter parasitärer Begleiter ist die Filzbiene Epeolus tristis, die ihre Eier in die Brutzellen der Malven-Langhornbiene legt. Die Vorräte der Wirtsbiene dienen dann der Entwicklung der parasitischen Brut. In Deutschland konnte Epeolus tristis bisher jedoch nicht nachgewiesen werden.
Förderung der Malven-Langhornbiene
Zur Unterstützung der Malven-Langhornbiene können verschiedene Maßnahmen ergriffen werden. Das Pflanzen heimischer Malvenarten wie Rosen- und Moschus-Malve ist dabei von zentraler Bedeutung. Zudem ist die Schaffung offener, sonniger Bodenstellen und der Verzicht auf Pestizide hilfreich. Trockenmauern, sandige Wegränder oder kleine Böschungen bieten wertvolle Nistplätze. Das Stehenlassen verblühter Stängel schafft zusätzlichen Unterschlupf für weitere Insekten. Die Malven-Langhornbiene symbolisiert mit ihrer Spezialisierung die Bedeutung der ökologischen Balance.

