Naturschutz

Nachhaltiges Management von Wasserressourcen und Erdsystemen

Der moderne Lebensstil verändert natürliche Gewässer und Erdsysteme erheblich. Eine intensive Nutzung von Wasser und die globale Verteilung von Stoffen manipulieren die Erdsysteme. Dr. Heinrich Bottermann mahnt ein besseres Management der Ressourcen an.

Herausforderungen für Wasser und Erdsysteme

Der moderne Lebensstil führt zu erheblichen Veränderungen in den natürlichen Gewässern und Erdsystemen. Diese sind bereits so stark umgewandelt, dass kaum noch natürliche Lebensräume existieren. Die intensive Nutzung von Wasser, die Produktion neuer Substanzen, die in die Erdsysteme gelangen, und die globale Verteilung von Stoffen manipulieren die Erdsysteme in einem Ausmaß, das die Welt aus ihren Angeln zu heben droht.

Dr. Heinrich Bottermann, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), mahnte anlässlich der Münchner Wissenschaftstage zum Thema Wasser, die genutzten Ressourcen der Erde und die produzierten Stoffe besser zu managen.

Die zentrale Rolle des Wassers für das Leben

Alles Leben auf der Erde ist vom Wasser abhängig. Es ist ein grundlegendes Lebensmittel und wird in Haushalten, in der Landwirtschaft und in der Industrie benötigt. Die Wasserlebensräume der Erde sind miteinander verbunden, wobei große Meeresströmungen im Ozean einen weltweiten Wasseraustausch bewirken. Das Beispiel Wasser verdeutlicht, warum Forscher vom System Erde sprechen.

Denn alles hängt mit allem zusammen.

So führt beispielsweise der Ausstoß von Klimagasen durch den Menschen zur Versauerung der Ozeane und zum Anstieg des Meeresspiegels. Auch der großflächige Einsatz von Nährstoffen wie Stickstoff oder Phosphor in der Landwirtschaft düngt die Gewässer mit. Diese Nährstoffmengen werden von den Gewässern jedoch nicht benötigt und können sogar schädlich sein.

Vermeidung von Todeszonen in Gewässern

Es ist entscheidend, dass Forscher den Grad der Meeresversauerung bestimmen, der nicht überschritten werden sollte, um die Funktionsfähigkeit des Ökosystems zu erhalten. Ebenso muss ermittelt werden, wie viel Stickstoff und Phosphor Gewässer vertragen, ohne dass weitere sauerstofffreie Todeszonen in Süßgewässern und Meeren entstehen, in denen kein Leben mehr möglich ist.

Denn nur, wenn möglichst viele Menschen ein Verständnis von der Funktionsweise der Erdsysteme und von der Bedeutung des Wassers erwerben, können wir die Erkenntnisse der Forscherinnen und Forscher gemeinsam umsetzen.

Auch bei anderen globalen Problemen wie dem Klimawandel geht es darum zu berechnen, wie viel die Erdsysteme von der menschlichen Lebensweise noch vertragen und welchen Temperaturanstieg sich die Welt noch leisten kann, ohne dass das Erdsystem kippt.

Denn wenn das Erdsystem kippt, besteht die Gefahr, eine Dynamik auszulösen, in der sich die Systemveränderungen nahezu unaufhaltbar selbst verstärken.

Die DBU hat die 16. Münchner Wissenschaftstage zum Thema „Wasser“ gefördert, da ihr der fachliche Austausch über diese bedeutende Lebensquelle besonders am Herzen liegt.

13.11.2016

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