Naturschutz

Moorböden im Fokus des Klimaschutzes: Landwirtschaftliche Potenziale nutzen

Moore sind entscheidend für den Klimaschutz. Eine nachhaltige Bewirtschaftung von Moorböden ist daher unerlässlich, um die Klimaziele zu erreichen. Experten diskutierten Herausforderungen und Lösungen für den Klimaschutz durch Moorschutz.

Herausforderungen und Lösungsansätze für den Moorschutz

Moore spielen eine entscheidende Rolle im Klimaschutz, da sie je nach Wasserstand und Nutzung entweder Treibhausgase speichern oder freisetzen können. Die nachhaltige Bewirtschaftung von Moorböden ist daher von großer Bedeutung, um die im Pariser Klimaschutzabkommen festgelegten Ziele zur Reduzierung der Netto-Treibhausgasemissionen bis 2050 zu erreichen. Der Deutsche Verband für Landschaftspflege (DVL) e.V. hat mit 140 Experten Herausforderungen und Lösungen für den Klimaschutz durch Moorschutz diskutiert.

Wir müssen das Klimaschutzpotential landwirtschaftlich genutzter Moorflächen erschließen, gemeinsam mit unseren Partnern in der Landwirtschaft.

So äußerte sich Dr. Jürgen Metzner, Geschäftsführer des DVL, zur Notwendigkeit, das Potenzial landwirtschaftlich genutzter Moorflächen zu erschließen.

Praxisbeispiele und Nutzungsmöglichkeiten

Praktische Beispiele aus Bayern, Brandenburg und Niedersachsen zeigen, wie eine klimafreundliche Moorbewirtschaftung gelingen kann. Helmut Querhammer pflegt mit Wasserbüffeln naturschutzfachlich wertvolle Moorstandorte. Durch diese Beweidung werden die Flächen offengehalten und der Kohlenstoffausstoß reduziert. Das Fleisch der Tiere wird direkt an Privathaushalte vermarktet. Der Betrieb hat sich durch gute Kontakte zu Behörden, Verbänden und anderen Landnutzern etabliert.

Neben der Beweidung gibt es weitere Nutzungsmöglichkeiten auf Moorflächen mit optimiertem Wassermanagement. Nasswiesen können gemäht und der Aufwuchs zur Bioenergiegewinnung genutzt werden. Auf nassen Flächen ist auch der Anbau sogenannter Paludikulturen möglich, wie Schilf und Rohrkolben, die als Baumaterialien dienen können.

Rahmenbedingungen und Förderprogramme

Damit Landwirte wie Helmut Querhammer klimafreundlich wirtschaften und Paludikulturen weiter etabliert werden können, fordert der DVL entsprechende Rahmenbedingungen. Landwirte sollten Flächenprämien in der 1. Säule auch für extensives Grünland und den Anbau von Paludikulturen erhalten. Zudem sind praxistaugliche Förderprogramme im Bereich der Agrarumweltmaßnahmen und der Investitionsförderung erforderlich.

Damit können sich Landwirte auch zu Klimawirten entwickeln.

Landschaftspflegeverbände können als Vermittler den Weg zu einer wirtschaftlich tragfähigen, klimafreundlichen Landnutzung beraten und begleiten. Der DVL, als Dachverband der 165 Landschaftspflegeorganisationen in Deutschland, berät im Rahmen der Nationalen Klimaschutzinitiative Initiativen aus Landwirtschaft, Naturschutz und Kommunalpolitik, die den Moorschutz in ihrer Region voranbringen möchten.

18.04.2018

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