Naturschutz

Wirtschaftlicher Wert des Waldes: Eine Analyse der Ökosystemleistungen

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut und die TU Berlin untersuchen den ökonomischen Wert von Waldleistungen in Deutschland. Ziel ist es, Nutz-, Schutz- und Erholungsleistungen quantifizierbar zu machen und in einem Rechenmodell zusammenzuführen, um den Schutz des Waldes zu fördern.

Forschungsprojekt zur Wertbestimmung von Waldleistungen

Das Johann Heinrich von Thünen-Institut untersucht in Zusammenarbeit mit der Technischen Universität Berlin den ökonomischen Wert von Waldleistungen in Deutschland. Ziel ist es, die Nutz-, Schutz- und Erholungsleistungen des Waldes quantifizierbar zu machen und in einem Rechenmodell zusammenzuführen.

Die Forschungsarbeit basiert auf der Annahme, dass nur das, was einen Wert hat, auch geschützt wird. Daher steht die Bestimmung des ökonomischen Werts nicht vermarkteter Ökosystemleistungen im Fokus.

Grundlagen der Wertbestimmung

Ein wesentlicher Ausgangspunkt für die Berechnung des ökonomischen Werts ist die sogenannte Zahlungsbereitschaft der Bevölkerung für Umweltgüter. Studien zeigen, dass über zwei Drittel der Deutschen regelmäßig den Wald zur Erholung nutzen und bereit wären, dafür jährlich knapp 40 Euro aufzuwenden. Dies entspricht einem Gesamtwert von zwei Milliarden Euro pro Jahr, was auch durch Reisekostenanalysen bestätigt wird.

Die Analyse umfasst Daten der letzten 20 Jahre, darunter Studien zur Waldnutzung in Regionen wie Berlin, Hamburg und dem Pfälzer Wald sowie Daten aus der Bundeswaldinventur. Diese Auswertung erfolgt auf Basis der Bewertungsansätze der TEEB-Studie (The Economics of Ecosystems and Biodiversity), wie in der Waldstrategie 2020 der Bundesregierung angeregt.

Bedeutung von Erholung, Rohholzproduktion und Schutzleistungen

Neben der Erholung spielen die Rohholzproduktion und die Schutzleistungen des Waldes eine wichtige Rolle für die Bestimmung des ökonomischen Werts. Intakte Wälder tragen zur Bereitstellung von sauberem Trinkwasser bei, reinigen die Luft und bieten Schutz vor Naturgefahren wie Erosion, Hochwasser und Stürmen.

Die entstehende Meta-Analyse soll ein Rechenmodell liefern, das den Wert des Waldes und die Ansprüche der Bevölkerung greifbar macht. Dies soll dazu beitragen, Nutzungskonflikte aufzuzeigen und Möglichkeiten zur Verbesserung der Waldnutzung zu identifizieren. Beispielsweise können stadtnahe Wälder hohen Erholungsansprüchen unterliegen, während andere Wälder ungenutzt bleiben, aber hohes Potenzial für Naturschutz oder Holzproduktion bieten.

Unser Ziel ist es, die Datenlage zu verbessern, denn die unterschiedlichen Ansprüche der Bevölkerung an den Wald kennen wir bisher nur punktuell. So können wir dazu beitragen, diese Ansprüche besser in Einklang zu bringen.

Die Ergebnisse der Meta-Analyse dienen als Grundlage für zukünftige politische Entscheidungen und werden der Öffentlichkeit nach Projektende im Dezember 2018, unter anderem in Form einer Web-Applikation, zugänglich gemacht.

Förderung und weitere Initiativen

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) fördert das Verbundvorhaben „Quantifizierung und Regionalisierung des Wertes von Wald-Ökosystemleistungen in Deutschland“ über seinen Projektträger Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Die zunehmende Inanspruchnahme des Waldes für Freizeit- und Erholungszwecke sowie die damit verbundenen Herausforderungen für Waldbesitzer sind auch Thema des 3. Dialogforums Wald „Wald – Freizeit, Erholung, Gesundheit“, das am 20. und 21. April in Berlin stattfindet. Diese Veranstaltungsreihe des BMEL soll die Umsetzung der Waldstrategie 2020 konkretisieren und Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen erarbeiten.

21.02.2016

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