Bronze für Weitzmann und Spalek nach 22 Stunden Präzisionsarbeit in Shanghai
Lennard Weitzmann (20) und Marc-Aurel Spalek (22) haben bei den WorldSkills 2026 in Shanghai die Bronzemedaille im Garten- und Landschaftsbau gewonnen. Nach insgesamt 22 Stunden Wettbewerbszeit an vier Tagen erreichte das deutsche Team mit 732 Punkten den dritten Platz. Bei der Siegerehrung am 27. September 2026 standen die beiden Landschaftsgärtner damit auf dem Treppchen der Berufsweltmeisterschaften.
Frankreich wird Weltmeister
Den Weltmeistertitel sicherten sich Justin Kress und Corentin Mathieu aus Frankreich mit 743 Punkten. Zhu Nie und Run Cai aus China erreichten mit 740 Punkten den zweiten Platz. Nur acht Punkte dahinter folgten Weitzmann und Spalek auf Rang drei.
Auf dem vierten Platz landete das Frauenteam aus Südtirol für Italien. Die Teilnehmer aus der Schweiz belegten Rang fünf. Damit gehörte das deutsche Team im internationalen Teilnehmerfeld zur Spitzengruppe des Wettbewerbs.
Chinesischer Garten als Wettbewerbsaufgabe
Im Skill 37 Landscape Gardening entstanden im National Exhibition and Convention Center (NECC) innerhalb von vier Tagen 18 chinesische Gärten nach exakt demselben Plan. Für die Umsetzung standen den Teams insgesamt 22 Stunden zur Verfügung. An jedem Wettbewerbstag mussten festgelegte Module fertiggestellt werden, die anschließend von 18 Juroren bewertet wurden.
Am ersten Tag standen eine abgestufte Natursteinmauer neben dem Mondtor, die Dekoration des Tores und ein Pflanzbeet auf dem Programm. Weitzmann und Spalek führten die traditionelle Zwickelmauer aus Naturstein fachgerecht aus. Am dritten Tag stellte sich allerdings heraus, dass die Mauer einige Zentimeter zu lang geraten war. Ein schneller Rückbau wurde notwendig, damit die vorgesehene Holzbrücke später ausreichend Platz hatte.
Auch der zweite Wettbewerbstag war von Natursteinarbeiten geprägt. Spalek errichtete eine zweihäuptige Mauer aus einem schwer zu bearbeitenden Stein. Gleichzeitig stellte Weitzmann die Einfassung des Weges zum Teich her.
Beim anschließenden Pflastern konnten die Teilnehmer gestalterisch arbeiten, da weder ein bestimmtes Muster noch konkrete Steine vorgeschrieben waren. Das deutsche Team entschied sich für helle Natursteinplatten im wilden Verband. Die Zwischenräume füllte Weitzmann mit gestellten, dünnen und eng angeordneten Schieferplatten.
Holzbrücke und Teichbau fordern das Team
Am dritten Tag musste Spalek eine Pflanzung entlang der Mauer anlegen. Zusätzlich waren Schrittplatten entlang dieser Pflanzfläche einzubauen und exakt einzumessen. Gleichzeitig machten sich bei beiden Teilnehmern die körperlichen Belastungen der ersten beiden Wettbewerbstage bemerkbar.
Weitzmann bereitete die aufwendige Holzbrücke einschließlich der erforderlichen Holzverbindungen vor. Spalek begann währenddessen mit dem Teichbau und der Steinsetzung für die Quelle. Dabei wurden so viele Arbeiten vorbereitet, wie es die verbleibende Wettbewerbszeit zuließ.
Für die Vorbereitung des Teams waren die Nationaltrainer Johannes Gaugel von Gaugel Gartengestaltung in Heuchlingen und Georg Kahsnitz, Landestrainer Sachsen und Inhaber von EdGarden Gartenkultur & Landschaftsbau in Bahretal, verantwortlich. Vor dem letzten Wettbewerbstag war klar, dass Weitzmann und Spalek noch einmal deutlich Tempo aufnehmen mussten.
Das gelang: Bereits vor der Mittagspause des vierten Tages war die Holzbrücke fertig und über dem Teich positioniert. Nach dem Austarieren und Einmessen kümmerte sich Spalek um die abschließenden Arbeiten am Teich, während Weitzmann die restliche Pflanzung ausführte. Vor dem Schlusspfiff blieb dem Team noch ausreichend Zeit, Pflanzung und Garten abschließend zu kontrollieren.
Emotionen nach vier intensiven Wettbewerbstagen
Am 26. September lagen vier Tage mit hoher körperlicher Belastung, Präzisionsarbeit und Teamwork hinter dem deutschen Nationalteam. Rund 25 Fans aus Sachsen und dem Erzgebirge waren nach Shanghai gereist. Auf ausdrücklichen Wunsch der beiden Teilnehmer unterstützten sie das Team erst während der letzten fünf Minuten lautstark.
Dann wurden Fahnen geschwenkt, es gab anhaltenden Applaus und auch das Steigerlied wurde angestimmt. Nach dem Ende des Wettbewerbs sprang Spalek seinem Teamkollegen Weitzmann in die Arme. Nach vier intensiven Tagen war das entscheidende Ziel erreicht: Der chinesische Garten war innerhalb der Wettbewerbszeit vollständig fertiggestellt.
Mit der fachlichen Qualität ihrer Arbeiten zeigten sich beide Teilnehmer zufrieden. Unterstützt worden waren Weitzmann und Spalek während ihrer Vorbereitung auch von Burkhard Wiener und Peter Thiele, den beiden Geschäftsführern der Wirth & Wiener GmbH aus Chemnitz. Axel Keul, Geschäftsführer des Verbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbaus Sachsen e. V., würdigte ebenfalls das Abschneiden der beiden jungen Landschaftsgärtner.
Bronzemedaille bei der Abschlussfeier
Am Abend des 27. September folgte für Weitzmann und Spalek der Höhepunkt der WorldSkills 2026. Nach vier Tagen unter hohem mentalem und körperlichem Druck nahmen sie bei der Closing Ceremony die Bronzemedaille entgegen. Die Abschlussveranstaltung wurde von verschiedenen Darbietungen begleitet.
Auf der anschließenden Farewell-Party feierten die beiden Landschaftsgärtner gemeinsam mit dem deutschen Nationalteam und den Teilnehmern der anderen Nationen ihren dritten Platz. Die nächsten WorldSkills sind für 2028 in Aichi in Japan vorgesehen.


