Globale Marktentwicklung und regionale Unterschiede im Detail
Die Elektromobilität zeigt in vielen Ländern eine dynamische Entwicklung. China ist sowohl beim Fahrzeugbestand als auch bei den Neuzulassungen führend. Mit 1.256.000 Neuzulassungen im Jahr 2018 verdoppelte das Land seinen Bestand auf 2.610.000 E-Autos. Die USA folgen mit 1.102.450 E-Mobilen und 361.310 Neuzulassungen im Jahr 2018.
Norwegen verzeichnete 86.340 Neuzulassungen, wodurch der Bestand auf 298.210 Fahrzeuge anstieg und das Land den dritten Rang belegt. Bemerkenswert ist, dass dort 51 Prozent der neu zugelassenen Pkw elektrisch angetrieben werden, was weltweit den höchsten Anteil darstellt. Im Vergleich dazu liegt der Anteil von Elektroautos an den Neuzulassungen in China bei etwa fünf Prozent und in den USA bei rund zwei Prozent.
In Deutschland erhöhte sich die Zahl der E-Fahrzeuge durch 67.504 Neuzulassungen auf 141.690. Dies entspricht weltweit Rang 8 beim Bestand und Rang 4 bei den Neuzulassungen. Die Wachstumsdynamik in Deutschland ist jedoch vergleichsweise gering, da 2018 nur rund 13.000 Fahrzeuge mehr zugelassen wurden als 2017. Der Anteil an den gesamten Neuzulassungen bleibt mit weniger als zwei Prozent auf einem niedrigen Niveau.
Um den für die deutschen Autohersteller wichtigen Heimatmarkt zu stärken und mehr Klimaschutzerfolge im Verkehrssektor zu erreichen, sollte die Politik die Anreizsysteme ausweiten. Dazu gehört auch, dass über die Einführung einer CO2-Preiskomponente für Kraftstoffe nachgedacht wird, damit Strom im Verkehr attraktiver gegenüber konventionellen Kraftstoffen wird.
Dies betont Prof. Dr. Frithjof Staiß, geschäftsführendes Vorstandsmitglied des ZSW.
Hersteller und Modelle im Fokus der Elektromobilität
Die meisten Neuzulassungen, knapp 233.760, stammen laut ZSW-Wissenschaftlern von Tesla. Es folgen BYD (Build Your Dreams) mit 215.800 und BAIC (Beijing Automotive Industry Holding) mit rund 160.790 Fahrzeugen. Während BAIC hauptsächlich in China aktiv ist, agiert Tesla weltweit.
Der erfolgreichste deutsche Hersteller war BMW mit 86.940 Elektroautos auf Platz 6, gefolgt von VW auf Rang 9 mit 53.720 neu zugelassenen E-Pkw. Bei den kumulierten Neuzulassungen führt BYD mit 517.230 zugelassenen Stromern, dicht gefolgt von Tesla mit 500.390.
BMW ist der beste deutsche Hersteller auf Platz 5 der kumulierten Neuzulassungen, was auf das Angebot an Plug-in-Hybriden und dem i3 zurückzuführen ist. Insgesamt wurden von BMW 251.870 E-Autos zugelassen. VW befindet sich auf Platz 7.
Das erfolgreichste Fahrzeugmodell war das Tesla Model 3 mit weltweit 146.310 Neuzulassungen, obwohl es erst seit Ende 2017 auf dem Markt ist. Danach folgen die BAIC EC-Series mit 90.640 und der Nissan Leaf mit 81.140. Die 5er Reihe von BMW war mit 29.040 verkauften Plug-in-Hybriden das beste deutsche Modell auf Rang 22.
Das bislang insgesamt erfolgreichste Modell ist der Nissan Leaf mit 363.940 Zulassungen, gefolgt vom Tesla Model S mit 243.200. Der BMW i3 ist mit 108.560 Zulassungen das beste deutsche Modell auf Platz 10.
Datengrundlage der Analyse
Die ZSW-Wissenschaftler haben Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit ausschließlich batterieelektrischem Antrieb oder mit Range Extender sowie Plug-in-Hybride erfasst. Dies umfasst alle Fahrzeuge, die mit Strom betrieben werden können. Nicht berücksichtigt wurden Full- und Mild-Hybridfahrzeuge sowie Fahrzeuge mit Brennstoffzellentechnologie, da für diese aufgrund geringer Stückzahlen keine belastbaren Statistiken vorliegen. Die Auswertung basiert unter anderem auf Daten des Kraftfahrtbundesamts sowie internationaler Behörden und Verbände.
