Erfolgreiche Strategie in der Pandemie
Der Zeppelin Konzern hat das Geschäftsjahr 2020 trotz der globalen COVID-19-Pandemie mit einer Steigerung des um Abschreibungen bereinigten Ergebnisses (EBITDA) abgeschlossen. Auch der Umsatz konnte gesteigert werden, und das Ergebnis vor Steuern fiel solide aus.
Peter Gerstmann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Zeppelin GmbH, betonte, dass die Erfahrungen aus der Finanzkrise 2008/2009 und die daraus abgeleitete Strategie maßgeblich zum Erfolg beigetragen hätten. Er hob zudem das Engagement der Mitarbeiter hervor:
„Es sind vor allem die Menschen, die Zeppelin ausmachen. Wir sind stolz auf das Engagement und die unermüdliche Einsatzbereitschaft aller Zeppelin Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in diesem schwierigen Umfeld.“
Christian Dummler, Geschäftsführer und CFO der Zeppelin GmbH, ergänzte, dass ein schnelles Krisenmanagement zur Sicherstellung des Leistungsangebots für Kunden und der internen Leistungsfähigkeit in Bereichen wie Personal, Finanzen und IT entscheidend war. Die Creditreform Rating AG bestätigte dies im Herbst 2020 mit einer überdurchschnittlichen Bewertung von „A“ für den Konzern, wobei das Maßnahmenpaket und Investitionen in Infrastruktur und IT positiv bewertet wurden.
Andreas Brand, Vorsitzender des Aufsichtsrats des Zeppelin Konzerns, hob die Unternehmenskultur hervor:
„Der „We are Zeppelin“ Gedanke und die vorbildliche Unternehmenskultur haben den Konzern sehr gut durch diese schwierige Zeit getragen.“
Im Fokus standen 2020 die Sicherung der operativen Handlungsfähigkeit, der Schutz der Mitarbeiter und die finanzielle Unabhängigkeit des Unternehmens.
Herausforderungen und Marktbedingungen im Jahr 2020
Die Pandemie beeinflusste den Zeppelin Konzern auf vielfältige Weise. Eine Verunsicherung in den Märkten, schleppende Vergabe öffentlicher Aufträge und geschlossene Baustellen führten zu einem Rückgang im Markt für Baumaschinen. Auch das Mietgeschäft war durch den Wegfall von Großveranstaltungen und verzögerte Auftragsvergaben im Autobahnbau negativ betroffen. Der Stillstand im Bereich der Kreuzfahrtschiffe beeinträchtigte das Geschäft mit Motoren und Antriebsaggregaten erheblich.
In Osteuropa und Russland wirkten sich neben COVID-19 auch Sanktionen und geopolitische Spannungen, wie die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen Armenien und Aserbaidschan, innenpolitische Konflikte in Belarus und politische Interdependenzen in Russland, negativ aus. Der Anlagenbau litt unter eingeschränkten Reisemöglichkeiten, die trotz hohen Projektvolumens zu geringen Vergaben führten.
Umsatzentwicklung und Ergebnis
Das Umsatzwachstum des Konzerns wurde durch die Integration der neu erworbenen Service- und Vertriebsgebiete für Caterpillar Produkte in Schweden, Dänemark und Grönland ermöglicht. Bereinigt um diesen Zuwachs sank der Umsatz aufgrund der Pandemie-Einflüsse um fünf Prozent. Das Ergebnis nach Steuern wurde durch Integrationsaufwendungen und den Volumenrückgang belastet. Das EBITDA hingegen stieg gegenüber dem Vorjahr, was die Ertragskraft des Konzerns in der Krise unterstreicht.
Zur Bewältigung der Marktrückgänge setzte der Zeppelin Konzern zeitweise auf Kurzarbeit und nutzte flexible Arbeitszeitmodelle sowie mobiles Arbeiten, um Beschäftigungsausfällen entgegenzuwirken.
Strategische Weiterentwicklung und Ausblick
Trotz der schwierigen Umstände entwickelte Zeppelin seine Geschäftsfelder weiter. Die Übernahme der Aktivitäten von Energyst Rental Solutions erweiterte das Angebot im Bereich temporärer Energie- und Klimalösungen. Mit der Teilübernahme von MTI Mischtechnik wurde das Lösungsangebot für das Mischen und die Aufbereitung hochwertiger Schüttgüter in der Spezialchemie gestärkt.
Für das Geschäftsjahr 2021 blickt Zeppelin verhalten optimistisch in die Zukunft. Die Entwicklung wird maßgeblich von der Eindämmung der COVID-19-Pandemie, globalen Handelsstreitigkeiten und Sanktionen abhängen. Geopolitische Spannungen und der volatile Ölpreis beeinflussen weiterhin wichtige Märkte. Der Konzern erwartet eine Stabilität der regionalen Geschäfte und will vom weltweiten Wachstum der Rohstoffmärkte profitieren. Eine erwartete Marktstabilisierung wird durch erhöhte öffentliche Investitionen in Zentraleuropa sowie die Fortsetzung staatlicher Infrastrukturprojekte in Russland und der Ukraine gestützt.
Wachstumsimpulse werden zudem durch die Einführung einer neuen Generation von Mobilbaggern und Umschlaggeräten des Herstellerpartners Caterpillar erwartet. Auch die Positionierung von Notstromaggregaten für Data Center in Nord- und Osteuropa soll zum Wachstum beitragen. Die Wachstumsstrategie in Skandinavien wird 2021 mit dem Ausbau von Finanzierungslösungen und der Eröffnung neuer Standorte fortgesetzt. Zudem stehen die operative Anbindung von Energyst Rental Solutions und die Integration wesentlicher Teile der MTI Mischtechnik an.
Im Bereich der Digitalisierung investiert Zeppelin weiterhin in den Aufbau einer globalen Dateninfrastruktur, um digitale Geschäftsmodelle und Plattformen weiterzuentwickeln und Kunden zukünftige Services und Angebote bereitzustellen.