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Zierpflanzenmarkt stabilisiert sich auf Vor-Pandemie-Niveau

Der Markt für Blumen und Zierpflanzen erreichte 2022 ein Volumen von 9,0 Milliarden Euro. Er pendelte sich auf dem Niveau von 2019 ein, konnte aber nicht an die Rekordjahre 2020 und 2021 anknüpfen. Pro-Kopf-Ausgaben sanken leicht.

Herausforderungen und Einflussfaktoren des Jahres 2022

Das Jahr 2022 war von verschiedenen Faktoren geprägt, die den Markt beeinflussten. Nach dem Wegfall der Infektionsschutzmaßnahmen zu Beginn des Jahres verlagerten sich die Konsumausgaben der Verbraucher verstärkt auf Freizeitaktivitäten wie Gastronomie und Reisen. Im weiteren Verlauf des Jahres führten der Ukraine-Krieg, steigende Energiekosten und die Inflation zu einer Verunsicherung der Konsumenten und einer spürbaren Kaufzurückhaltung.

Auch die Gartenbaubetriebe waren von diesen Entwicklungen betroffen. Sie sahen sich mit deutlichen Preissteigerungen bei Betriebsmitteln und Unsicherheiten in der Energieversorgung konfrontiert. Eine solide Planung für die kommenden Monate war erschwert.

Der Ukraine-Krieg hat massive Auswirkungen auch auf Europa und Deutschland. Wirtschaft und Konsumenten wurden gleichermaßen verunsichert und die sichere Energieversorgung hat einen neuen Stellenwert für die Menschen bekommen.

Dies rekapitulierte Jürgen Mertz, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau, bei der Eröffnungspressekonferenz der IPM am 23. Januar 2023 in Essen.

Geschäftsklima und Marktentwicklung im Detail

Der ZVG-Geschäftsklimaindex verzeichnete im Mai 2022 einen Tiefstwert von 82 Punkten und sank im September auf ein Rekordtief von 74 Punkten. Trotz einer leichten Besserung der Stimmung zum Jahresende, bedingt durch die Beschlüsse zu Strom- und Gaspreisbremsen, blieb das Geschäftsklima verhalten. Der tatsächliche Absatz fiel jedoch besser aus als zwischenzeitlich befürchtet und erreichte annähernd das Niveau von 2019.

Während Gartenpflanzen im Jahr 2022 nicht von den während der Pandemie fertiggestellten Gartenprojekten und dem Hitzesommer profitieren konnten, verbesserten Zimmerpflanzen und Schnittblumen ihre Ergebnisse durch einen wieder einsetzenden Cocooning-Effekt.

Entwicklung einzelner Segmente

Gartenpflanzen erreichten 2022 ein Marktvolumen von 4,3 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang von 13 Prozent gegenüber 2021 und einem Minus von weniger als 1 Prozent im Vergleich zu 2019. Die Pro-Kopf-Ausgaben für Gartenpflanzen sanken auf rund 52 Euro.

Im Vergleich zum Vorjahr zeigten sich folgende Rückgänge: Gehölze um 11 Prozent, Beet- und Balkonpflanzen um 14 Prozent, Stauden um 16 Prozent, Kräuter um 17 Prozent und Blumenzwiebeln um 5 Prozent. Lediglich Stauden und Blumenzwiebeln übertrafen ihr Vor-Pandemie-Ergebnis. Für Stauden wurden rechnerisch 7 Euro pro Einwohner ausgegeben, für Blumenzwiebeln 3 Euro.

Beet- und Balkonpflanzen blieben 1 Prozent unter dem Niveau von 2019 und erreichten ein Marktvolumen von etwa 1,8 Milliarden Euro. Gehölze lagen 3 Prozent unter dem Vor-Pandemie-Ergebnis, Kräuter 4 Prozent. Die Pro-Kopf-Ausgaben betrugen 22 Euro für Beet- und Balkonpflanzen, 17 Euro für Gehölze und 3 Euro für Kräuter.

Grüne Zimmerpflanzen, die während der Pandemie stark nachgefragt waren, konnten einen Teil ihrer Dynamik ins Jahr 2022 mitnehmen. Trotz eines Rückgangs von 7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr übertrafen sie ihr Ergebnis von 2019 um 14 Prozent. Der Markt für grüne Zimmerpflanzen erreichte knapp 0,6 Milliarden Euro, was Pro-Kopf-Ausgaben von 7 Euro entspricht.

Blühende Zimmerpflanzen setzten ihren Abwärtstrend fort und blieben mit einem Volumen von rund 1 Milliarde Euro 3 Prozent unter ihrem Vor-Pandemie-Ergebnis. Die Pro-Kopf-Ausgaben lagen bei knapp 12 Euro.

Der Schnittblumenmarkt war zusätzlich von kriegsbedingten Logistikproblemen und einem zeitweise fast brachliegenden Überseehandel betroffen. Die erreichten 3,1 Milliarden Euro lagen 12 Prozent unter dem Vorjahresergebnis. Zeitweise waren kaum Schnittblumen aus afrikanischen Ländern verfügbar. Der Handel wich auf in Deutschland oder Nachbarländern produzierte Arten aus. Tulpen und andere saisonale Arten wurden häufig als deutsche oder regionale Ware angeboten. Die Pro-Kopf-Ausgaben sanken auf rund 37 Euro.

Ich bin aber weiterhin überzeugt, dass gerade in Krisensituationen Blumen und Pflanzen ein wichtiges Gut sind, die dem Verbraucher Sicherheit, Geborgenheit und Freude vermitteln.

Mit diesem Ausblick blickt Mertz „vorsichtig optimistisch“ in die kommende Saison.

24.01.2023

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