Die Bedeutung des Waldes für den Klimaschutz und die globale Klimadebatte
Der Wald spielt eine zentrale Rolle für den Klimaschutz, insbesondere als CO₂-Senke. Diese Funktion muss in den globalen Klimaverhandlungen stärker berücksichtigt werden, wie Philipp Freiherr zu Guttenberg, Präsident der AGDW - Die Waldeigentümer, anlässlich des 14. Weltforstkongresses (WFC) betonte.
Der Weltforstkongress fand erstmals in einem afrikanischen Land, in Durban, Südafrika, statt. Schwerpunktthemen waren Klimawandel, Klimaschutz und die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. In Deutschland speichert der Wald jährlich rund 52 Millionen Tonnen Kohlendioxid, was eine erhebliche Leistung für den Klimaschutz darstellt. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist die nachhaltige Forstwirtschaft, die weltweit als Vorbild dient und in der Klimadebatte stärker in den Vordergrund rücken sollte.
Im Rahmen des Kongresses, der auch dem Wissenstransfer und Erfahrungsaustausch dient, referierte der AGDW-Präsident über die Bedeutung und Struktur des Kleinprivatwaldes in Deutschland sowie über das Management in forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen.
Der Kleinprivatwald ist ein wichtiger Pfeiler der Waldbewirtschaftung in Deutschland.
Rund die Hälfte der privaten Waldfläche wird von Betrieben mit einer Größe von bis zu 20 Hektar bewirtschaftet. Zu Guttenberg forderte, dass diese Gruppe als Produzenten der Ressource Holz stärker von der Energiewende profitieren sollte. Dies könnte durch eine größere Rolle der energetischen Nutzung von Holz, beispielsweise als Biomasse, oder durch einen verstärkten Einsatz von Holz im Bausektor geschehen.
Holz ist die ökologische Ressource schlechthin. Das Potenzial dieses Rohstoffes wird in Deutschland nach wie vor erheblich unterschätzt.
Ein Großteil des deutschen Waldes wird von Besitzern kleiner Waldflächen bewirtschaftet. Die durchschnittliche Familienforstwirtschaft umfasst etwa 2,7 Hektar. Besonders niedrig ist dieser Durchschnitt in Rheinland-Pfalz mit 0,7 Hektar und in Thüringen mit rund 1 Hektar; in Bayern und Baden-Württemberg liegt er bei gut 2 Hektar.
Eine lebenswichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewirtschaftung sind daher die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse mit einem professionellen Management, das Holzernte und Holzverkauf organisiert und die Kosten für den Einzelnen minimiert.
Es sei wichtig, den Kleinprivatwaldbesitzern den Rücken zu stärken, damit sie ihre Verantwortung für den Wald weiterhin wahrnehmen und das Prinzip der nachhaltigen Bewirtschaftung umsetzen können. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zur Holzproduktion und zum Klimaschutz in Deutschland und vielen anderen Ländern.
Sie benötigen praktische Unterstützung und keine zusätzlichen, ideologisch motivierten Auflagen. In diesem Zusammenhang verwies zu Guttenberg auf Einrichtungen wie das Kuratorium für Wald- und Forsttechnik, das durch Veranstaltungen und Workshops Wissen zur Bewirtschaftung kleiner Waldflächen vermittelt.
