Naturschutz

Wald in Deutschland: Vitaler Zustand trifft auf Klimawandel-Herausforderungen

Der deutsche Wald ist vital, doch Klimawandel und andere Faktoren stellen große Herausforderungen dar. Eine nachhaltige Waldbewirtschaftung ist entscheidend für den Klimaschutz, während der Kleinprivatwald besondere Unterstützung benötigt.

Nachhaltige Waldbewirtschaftung und Klimaschutz als Schlüssel

Der Waldbericht hebt den Beitrag der nachhaltigen Waldbewirtschaftung zum Klimaschutz hervor. Es wird festgestellt, dass die Nutzung von Holz anstelle energieintensiver Rohstoffe besonders wirksam für den Klimaschutz ist. Bei einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Holzverwendung entstehen kaum Emissionen.

„Die nachhaltige Waldwirtschaft ist der ökologische Wirtschaftszweig schlechthin, sie hat eine hervorragende Ökobilanz.“

Dennoch setzen die Folgen des Klimawandels dem Wald und der Waldwirtschaft zu. Unwetter, Trockenheit, Waldbrände sowie wald- und holzzerstörende Schädlinge wie Borkenkäfer, Kiefernspinner und Eichenprozessionsspinner sind zunehmende Probleme.

Menschengemachte Einflüsse und Flächenzerschneidung

Neben den natürlichen Einflüssen belasten auch menschengemachte Faktoren die Waldökosysteme. Der Waldbericht listet beunruhigende Faktoren auf, darunter die Luftverunreinigung durch hohe Stickstoffmengen, die Grundwasser und Bäume belasten. Auch die Flächenzerschneidung ist ein Problem, da von den insgesamt 11,4 Millionen Hektar Wald nur 1,3 Millionen Hektar als unzerschnitten gelten.

Bedeutung des Kleinprivatwaldes

Der Kleinprivatwald, der die Hälfte der privaten Waldfläche ausmacht und rund 2,7 Millionen Hektar umfasst, ist aufgrund seiner Struktur schwer zu bewirtschaften. Hierfür wurde ein Marshallplan gefordert, der sich den strukturellen und organisatorischen Problemen annehmen soll. Der Waldbericht fordert Maßnahmen und benennt bereits bestehende Förderungen, beispielsweise über die Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK).

Etwa 430.000 Waldbesitzer sind bereits in rund 3.600 forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen organisiert. Diese Zusammenschlüsse sollen gestärkt und bei ihrer Professionalisierung unterstützt werden, um dem Kleinprivatwald mehr Unterstützung zu geben.

Zahlen und Fakten zum deutschen Wald

Der Wald:

  • Waldfläche: 11,4 Mio. Hektar (32 Prozent der Landfläche)
  • Baumarten: Fichte (25 Prozent), Kiefer (22 Prozent), Buche (15 Prozent), Eiche (10 Prozent)
  • Altersstruktur: Zunahme der Waldfläche mit alten Bäumen; Durchschnittsalter 77 Jahre.
  • Waldverjüngung: 85 Prozent natürlich, 13 Prozent gepflanzt.
  • Waldbrände: Jährlich rund 300 Hektar geschädigt, hauptsächlich in Brandenburg, Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Niedersachsen.

Die Waldeigentümer:

  • 67 Prozent des Waldes sind Privatwald sowie Kommunal- und Körperschaftswald.
  • 48 Prozent der Waldfläche ist Privatwald, bewirtschaftet von rund 2 Millionen Waldeigentümern.
  • Die Hälfte der Privatwaldfläche gehört zu Betrieben unter 20 Hektar. Nur 13 Prozent des Privatwaldes sind Betriebe über 1.000 Hektar.
  • Die AGDW vertritt die Interessen privater Waldeigentümer sowie von Körperschaften und Kommunen.

Wirtschaftsfaktor Wald und Holz:

  • Das Cluster Forst und Holz beschäftigt rund 1,2 Millionen Menschen in fast 130.000 Betrieben.
  • Der jährliche Umsatz beträgt rund 180 Milliarden Euro.
  • Neue Trends: Baumbestattungen sind an rund 500 Standorten möglich.

06.09.2017

Zurück