Naturschutz

Zugspitze als Indikator für den Klimawandel in den Alpen

Die Zugspitze dient als Frühwarnsystem für den Klimawandel in den bayerischen Alpen. Wärmeliebende Pflanzenarten nehmen zu, während kälteangepasste Arten verdrängt werden. Auch Weidetiere erschließen höhere Lagen, was frühzeitige Reaktionen erfordert.

Klimawandel in Bayern: Maßnahmen und Forschung

Bayern begegnet dem Klimawandel mit dem Bayerischen Klimaschutzprogramm 2050. Dieses Programm umfasst eine Mehrfachstrategie aus Reduktion, Anpassung, Forschung, Bewusstseinsbildung und internationaler Zusammenarbeit. Maßnahmen reichen von der energetischen Sanierung staatlicher und kommunaler Gebäude über die Renaturierung von Mooren bis hin zu Projekten der Energietechnologie. Ziel der Staatsregierung ist es, die jährlichen Treibhausgas-Emissionen in Bayern bis 2050 auf unter 2 Tonnen pro Einwohner zu senken.

Der Anpassung an die Folgen des Klimawandels und der Klimaforschung kommt eine entscheidende Bedeutung zu. Die Temperatur in den bayerischen Alpen ist in den letzten 100 Jahren um fast zwei Grad Celsius gestiegen, was nahezu dem Doppelten des globalen Durchschnitts entspricht.

Um die Auswirkungen des Klimawandels besser verstehen zu können, brauchen wir gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse. Mit der Umweltforschungsstation Schneefernerhaus (UFS | Zugspitze) sind wir in eine neue Dimensionen der Klimaforschung vorgestoßen. Das Schneefernerhaus ist unsere Himmelsfiliale und ein Kristallisationspunkt für Klimaforschungs-Hochkaräter aus der ganzen Welt.

Seit 2005 hat die Staatsregierung die UFS | Zugspitze mit rund zehn Millionen Euro gefördert. Experten der Universität Augsburg haben von dort aus über mehrere Jahre die Vegetation auf 38 Beobachtungsflächen der Zugspitze untersucht.

Veränderungen in Vegetations- und Tierwelt

Erste Forschungsergebnisse zeigen, dass der auf dem oberen Zugspitzplatt noch häufige Sendtners Alpen-Mohn durch steigende Temperaturen zunehmend von wärmeliebenderen und an Beweidung besser angepassten Arten verdrängt wird. Dazu gehören auch seltene Arten wie die auf dem unteren Zugspitzplatt vereinzelt vorkommende Silberdistel.

Die Auswertungen von GPS-Daten markierter Weidetiere wie Schafen belegen zudem, dass diese während zunehmend warmer Witterungsphasen bis auf das obere Zugspitzplatt vordringen. Ein im Jahresverlauf früher schneefrei werdendes Zugspitzplatt könnte dieses Verhalten zukünftig verstärken und die Pflanzenwelt in diesen Höhenlagen maßgeblich beeinflussen.

18.06.2017

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