Umweltschutz und Entsorgung

Voralpen als Filter für organische Schadstoffe

Neue Forschungsergebnisse von der Zugspitze zeigen, dass die Voralpen organische Schadstoffe aus der Luft filtern. Dies führt zu einer Anreicherung in dieser Region, während die Gesamtbelastung im Alpenraum sinkt.

Forschungsergebnisse vom Zugspitzgipfel belegen Filterwirkung

Forschungsergebnisse von der Zugspitze belegen eine „Auskämmwirkung“ der Voralpen auf langlebige organische Schadstoffe. Diese Erkenntnis wurde im Rahmen eines Forschungsprogramms gewonnen, das die Verteilung und Reduktion dieser Substanzen im Alpenraum untersucht.

Ein länderübergreifendes Monitoring-Projekt hat im gesamten Alpenraum organische Schadstoffe in verschiedenen Medien wie Luft, Regen, Schnee, Fichtennadeln, Humus und Boden gemessen. Die Erhebungen reichen vom Talgrund bis zu den höchsten Gipfeln und umfassen rund ein Dutzend unterschiedlicher Schadstoffe.

Im Rahmen eines länderübergreifenden Monitoring-Projekts wurden im ganzen Alpenraum vom Talgrund bis hinauf zu den höchsten Gipfeln rund ein dutzend organische Schadstoffe gemessen, in der Luft, in Regen und Schnee, in Fichtennadeln, im Humus und im Boden. Es zeigt sich, dass im Vergleich zu 1993 die Schadstoff-Belastung insgesamt erheblich zurückgegangen ist. Der zentrale Alpenraum ist dabei aufgrund der Barrierewirkung des Alpen-Riegels geringer belastet als der nördliche und südliche Alpenrand. Insgesamt ist der Rückgang der Schadstofffracht erfreulich. Bayern liegt aber mit seinen Voralpen in der Auskämm- und damit Anreicherungsregion für von Norden her verfrachtete Luftschadstoffe. Daher gilt es, weiter intensiv europa- und weltweit die Verringerung der Schadstoff-Emissionen voranzutreiben.

Die Messungen zeigen, dass die Schadstoffbelastung im Vergleich zu 1993 erheblich zurückgegangen ist. Der zentrale Alpenraum weist dabei eine geringere Belastung auf als der nördliche und südliche Alpenrand, was auf die Barrierewirkung des Alpenhauptkamms zurückgeführt wird. Die bayerischen Voralpen fungieren als Anreicherungsregion für von Norden her verfrachtete Luftschadstoffe.

Internationales Monitoring-Projekt MONARPOP zur Schadstofferfassung

Die Zugspitzforscher des GSF-Forschungszentrums für Umwelt und Gesundheit auf dem Schneefernerhaus sind Teil des internationalen Forschungsvorhabens MONARPOP. Dieses Projekt erfasst den regionalen und höhenmäßigen Eintrag von persistenten organischen Verbindungen (POP) wie DDT, PCB oder Dioxin im Alpenraum. Beteiligte Länder sind Slowenien, Österreich, Italien, die Schweiz und Deutschland (Bayern).

Auf dem Schneefernerhaus werden die Schadstoffe mit High-Tech-Luft- und Niederschlagssammlern unter extremen Bedingungen, wie Temperaturen bis zu -25 Grad Celsius und Windgeschwindigkeiten von 200 Stundenkilometern, erfasst. Bayern beteiligt sich an diesem Forschungsprojekt mit 200.000 Euro.

Proben wurden an 40 entlegenen Alpenstandorten in Deutschland, Italien, Österreich, der Schweiz und Slowenien entnommen. Drei Gipfelstandorte oberhalb der Baumgrenze – die Zugspitze, der Sonnblick in Österreich und das Weißfluhjoch in der Schweiz – liefern ganzjährig Luft- und Niederschlagsdaten.

10.12.2007

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