Verbände und Organisationen

Zukunft des Gartenbaus: Ausbildung, Verbandsarbeit und politische Rahmenbedingungen im Fokus

Der Deutsche Gartenbautag in Berlin beleuchtete zentrale Themen für die Branche, darunter die Bedeutung einer hochwertigen Ausbildung und die aktive Verbandsarbeit. Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit des Gartenbaus zu sichern und den Unternehmern eine gesicherte Lebensgrundlage zu bieten.

Gärtnerische Gemeinschaft im Fokus: Ausbildung und Verbandsarbeit

Der Deutsche Gartenbautag in Berlin beleuchtete unter dem Motto "Gemeinschaft macht's – die deutschen Gärtner!" zentrale Themen für die Branche. Im Mittelpunkt standen die Bedeutung einer hochwertigen Ausbildung, die aktive Verbandsarbeit zur Schaffung förderlicher Rahmenbedingungen sowie die Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Gartenbaus.

Heinz Herker, Präsident des Zentralverbandes Gartenbau (ZVG), betonte in seiner Rede die Notwendigkeit, den Markt nachhaltig zu gestalten und zu entwickeln. Ziel sei es, den Gartenbau-Unternehmern, ihren Familien und Angestellten nicht nur einen erfüllenden Beruf, sondern auch eine gesicherte Lebensgrundlage zu bieten. Er hob hervor, dass die Gärtner mit ihrer Arbeit maßgeblich die Gesellschaft mitgestalten.

Herker appellierte an die Unternehmer, den Fokus auf den Nachwuchs zu legen und als Vorbilder zu fungieren. Der Verband stelle das notwendige Handwerkszeug bereit, die Umsetzung liege jedoch bei jedem einzelnen Betrieb. Angesichts von Strukturwandel und Cluster-Prozessen unterstrich er die Vielfalt der Möglichkeiten als Chance, wobei Kompetenz und Kreativität des Einzelnen entscheidende Faktoren seien.

Mit Blick auf die Politik forderte Herker eine fortgesetzte Harmonisierung in Europa und gleiche Wettbewerbsvoraussetzungen. Der ZVG werde dies durch seine Repräsentanz in Brüssel aktiv begleiten. Regula Lüscher, Senatsbaudirektorin der Stadt Berlin, dankte für die Ausrichtung der Internationalen Gartenbauausstellung 2017 in Berlin und sprach von einem "neuen Mythos", der dort entstehen werde.

Mirko Lettberg, Vorsitzender der deutschen Junggärtner (AdJ), rief zur Unterstützung des gärtnerischen Nachwuchses auf. Otto Kentzler, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), zog Parallelen zwischen der Verbandsarbeit im Gartenbau und im Handwerk. Er sah die Vielfalt der Strömungen in einem großen Verband als Chance und als Zeichen demokratischer Glaubwürdigkeit. Auch er hob die Bedeutung der Ausbildung für die Zukunft einer Branche hervor und verwies auf das Potenzial grenzübergreifender sowie überbetrieblicher Zusammenarbeit. Kentzler appellierte an die Gärtnergemeinschaft, "mit einer Stimme nach draußen zu sprechen."

Klaus Hoffmann, engagiert im Städtewettbewerb "Entente Florale/ Unsere Stadt blüht auf", würdigte die Leistungen der Gärtner und bat die Delegierten, sich verstärkt für den Wettbewerb einzusetzen und dessen Bedeutung für die Grünentwicklung in Städten und Kommunen hervorzuheben.

Ernst Burgbacher, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie, erläuterte die wirtschafts- und energiepolitischen Ziele der Bundesregierung. Er betonte, dass es darum gehe, Rahmenbedingungen zu schaffen, die es Unternehmern ermöglichen, aktiv zu sein. Er prognostizierte ein Abflachen des derzeitigen Wirtschaftswachstums. Zudem müsse in Energiekonzepten berücksichtigt werden, dass Energiekosten ein wichtiger Faktor für die internationale Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen seien.

Professor Dr. Rembert Burmann, Inhaber eines Baumschulbetriebes, stellte aus wissenschaftlicher und unternehmerischer Sicht dar, wie sich politische Rahmenbedingungen auf Betriebe auswirken. Er betonte die Notwendigkeit, dass Unternehmer politische Prozesse aktiv begleiten, um eine Entfremdung der Politik von der Basis zu verhindern. Eine Erhöhung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes stelle beispielsweise eine Gefahr für mittelständische Betriebe dar, während Discounter davon profitieren könnten. Auch er rief die Gärtnerinnen und Gärtner zur Geschlossenheit auf: "Mit Abspaltung und Splitterung ist keinem geholfen. Nur gemeinsam sind wir stark."

Michael Speth, Vorsitzender des Arbeitsausschusses Recht und Steuern im ZVG, präsentierte die Positionen des Verbandes zu aktuellen politischen Rahmenbedingungen. Er zeigte anhand zahlreicher Beispiele auf, wie der Gartenbau durch die Fachreferate und die Bündelung von Interessen in nationaler und internationaler Politik eigenverantwortlich handelt. Das dichte verbandliche Netzwerk gewährleiste eine präzise und schnelle politische Arbeit. Er führte aus, dass die kontinuierliche Arbeit des Verbandes oft im Hintergrund dafür sorge, dass bestimmte Probleme gar nicht erst entstünden oder gelöst würden.

22.09.2010

Zurück