Naturschutz, Umweltschutz und Entsorgung

100 Äcker für die Artenvielfalt: Startschuss für bundesweites Agrarprojekt

23.07.2009

Auf dem Hof Schoolbek in Kosel, Schleswig-Holstein, gab Dr. Christian von Boetticher als Landwirtschaftsminister des nördlichsten Bundeslandes den Startschuss für das bundesweite Projekt: 100 Äcker für die Artenvielfalt.

Ackerflächen im Zeichen des Naturschutzes

Auf 16,5 Hektar des ökologisch wirtschaftenden Hofes steht künftig nicht mehr der landwirtschaftliche Ertrag im Vordergrund. Stattdessen liegt der Fokus auf der Erhaltung der Ackerbegleitflora und der Förderung der biologischen Vielfalt.

Extensive Bewirtschaftung für mehr Artenvielfalt

Susanne von Redecker, die den Betrieb seit 1992 ökologisch bewirtschaftet, wird die Flächen weiterhin bestellen, künftig jedoch vollständig auf eine Unkrautbekämpfung verzichten. Nach der Ernte bleiben die Felder zudem jeweils ein Jahr brach liegen, um eine natürliche Regeneration zu ermöglichen.

Die Maßnahme wird aus Steuermitteln finanziert. „Der Hof Schoolbek ist ein gutes Beispiel für Diversifizierung in der Landwirtschaft – hier werden Ökolandbau, Selbstvermarktung und Dienstleistungen im Naturschutz sinnvoll zusammengeführt“, erklärte von Boetticher bei der Eröffnung.

Lebensraum für seltene Arten

Die sehr extensive Bewirtschaftung der Flächen soll sowohl selten gewordenen Wildpflanzen als auch Feldvögeln wie Grauammer, Heidelerche, Wachtel und Rebhuhn neuen Lebensraum in der Kulturlandschaft bieten.

Gleichzeitig wies der Minister darauf hin, dass der Schutz komplexer Lebensräume in Konkurrenz zu den hohen gesellschaftlichen Anforderungen an qualitativ hochwertige und zugleich günstige landwirtschaftliche Produkte stehe. Unter diesem wirtschaftlichen Druck werde die landwirtschaftliche Produktion weiter rationalisiert, was häufig zulasten von Tieren und Pflanzen gehe.

Naturschutz als Gemeinschaftsaufgabe

Dennoch zeigte sich von Boetticher optimistisch, dass es gelingen könne, neben bekannten Arten wie Seeadler, Kranich, Otter und Biber auch weitere Tier- und Pflanzenarten sowie ihre Lebensräume dauerhaft zu schützen. Besonders effektiv sei Naturschutz dort, wo Naturschützer, Grundeigentümer, Landwirte und Jäger gemeinsam handelten.

Das von der Deutschen Umweltstiftung geförderte Projekt wird bundesweit von der Universität Göttingen, dem Forschungsinstitut für biologischen Landbau sowie in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verband für Landschaftspflege durchgeführt.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE)

Deichmanns Aue 29
53179Bonn
Deutschland

Tel.:+49 228 6845-0
Fax:+49 228 6845-4518

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