Historische Einblicke in die Gründungsjahre der Berufsgenossenschaft
Die Ausstellung präsentiert unter anderem Dokumente aus den Anfangsjahren der Berufsgenossenschaft. Dazu gehört die erste Unfallrentenakte aus dem Jahr 1913, die einen Jagdunfall zum Gegenstand hat. Am 4. Oktober 1913 ereignete sich auf dem Friedhof in Grevenbroich ein Vorfall, bei dem der Gärtnergeselle Heinrich Krieger, zwei Tage vor seinem 24. Geburtstag, bei seiner Arbeit von einer Schrotkugel am rechten Auge getroffen wurde.
Ein Querschläger, der von einem Jagdschuss des Kommerzienrats Erckens auf ein Kaninchen stammte, verursachte die Verletzung. Das Auge musste noch am selben Tag im Krankenhaus entfernt werden. Die Gartenbau-Berufsgenossenschaft zahlte daraufhin eine monatliche Verletztenrente von 18,75 Mark.
Präventionsmaßnahmen im Wandel der Zeit und ihre Bedeutung
Während Gärtner heute nicht mehr durch Jagdunfälle dieser Art gefährdet sind, treten Augenverletzungen im Gartenbau weiterhin auf. Bei einer vergleichbaren Verletzung und gleichen Einkommensverhältnissen würde die monatliche Rente heute 262,50 Euro betragen. Dies unterstreicht die Bedeutung von Präventionsmaßnahmen zum Schutz der Gesundheit und des Augenlichts.
Die Ausstellung unter dem Titel „Prävention gestern, heute und morgen“ ist vom 20. Juni bis Mitte Oktober 2012 im Haus der Sozialversicherungsträger für den Gartenbau in Kassel zu sehen. Sie beleuchtet historische Unfallgeschehen und legt den Schwerpunkt auf aktuelle Präventionsthemen.
