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Bio-Obst: Agrarexperten fordern mehr Eigenproduktion

26.02.2012

Verkaufsschlager Bio-Obst: Agrarexperten fordern mehr Eigenproduktion statt Importe. Biobauern müssen ihre Produktion steigern - und dazu auch neue Wege gehen. So ein Fazit der internationalen Fachtagung - Ecofruit - an der Universität Hohenheim.

Bio-Äpfel vom Bodensee: Forschung sieht großes Potenzial für Ertragssteigerung

Baden-Württemberg und die Bodensee-Region entwickeln sich zur Hochburg für Bio-Äpfel. Doch die Nachfrage der Verbraucher nach ökologischem Obst wächst derzeit schneller als die Produktion. Auf der internationalen Fachtagung "Ecofruit" an der Universität Hohenheim diskutieren aktuell 100 Wissenschaftler aus 18 Ländern, wie durch moderne Forschung Marktlücken geschlossen werden können.

Das Ergebnis der Experten: Durch eine ganzheitliche Weiterentwicklung der Anbausysteme lässt sich die Produktion steigern, während gleichzeitig die Biodiversität erhöht wird. Viele biotaugliche Methoden haben laut den Forschern inzwischen die Praxisreife erreicht.

Wirtschaftsfaktor Bodensee: 1.000 Hektar für den Öko-Anbau

Speziell für den Südwesten Deutschlands hat der Bio-Anbau eine enorme wirtschaftliche Bedeutung. Die Fakten zur Region im Überblick:

  • Fläche: Rund 1.000 Hektar biologisches Obst werden am Bodensee produziert.
  • Anteil: Dies entspricht ca. 10 % der gesamten Kernobst-Anbaufläche Baden-Württembergs.
  • Marktlage: Trotz wachsender Flächen müssen weiterhin Bio-Äpfel importiert werden, um den deutschen Bedarf zu decken.

Innovationen in der Schädlingsbekämpfung

Um die Ernteerträge heimischer Biobauern zu sichern und zu steigern, setzt die Forschung auf zwei Hauptsäulen: robuste neue Sorten und gezielte biologische Schädlingsbekämpfung. Prof. Dr. Claus Zebitz von der Universität Hohenheim sieht hier große Fortschritte:

„Die Bandbreite reicht von heimischen Viren und Pilzen, die für Insekten schädlich sind, bis hin zu bekannten Pflanzenextrakten wie Neem oder Quassia, die dank neuer Forschung viel gezielter eingesetzt werden können.“

Langzeitversuche für ökologische Optimierung

Ziel ist es, sowohl ökonomisch als auch ökologisch effizienter zu werden. Reinhard Ortlieb, Vorsitzender der Fördergemeinschaft ökologischer Obstbau e. V. (Föko), betont den Fokus auf die Biodiversität bei gleichzeitig höheren Erträgen. Um dies zu erreichen, wird die Forschungsinfrastruktur im Land massiv ausgebaut:

  • LVWO Weinsberg: Bearbeitet bereits seit 1988 Versuchsfragen zum ökologischen Obstbau.
  • Kompetenzzentrum Obstbau Bodensee: Aufbau von ca. 18 Hektar zusätzlichen ökologischen Versuchsflächen.

Die Fachtagung "Ecofruit", organisiert in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg (MLR), unterstreicht die führende Rolle der Region in der internationalen Agrarforschung.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Universität Hohenheim


70593Stuttgart
Deutschland

Tel.:+49 (711) 459-22003
Fax:+49 (711) 459-23289

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