Allgemeines, Naturschutz

Deutsch-chinesische Waldforschung: Konzepte für nachhaltige Bewirtschaftung

Ein deutsch-chinesisches Verbundprojekt unterstützt China dabei, seine Waldflächen zu vergrößern und die Widerstandsfähigkeit bestehender Wälder zu steigern. Es werden neue Technologien und waldbauliche Strategien entwickelt, die ökologische und sozioökonomische Aspekte berücksichtigen.

Das Projekt Lin²Value und seine Ziele

Das Projekt „Innovative Technologien und Dienstleistungen in nachhaltigen und multifunktionalen Landnutzungssystemen in China“ (Lin²Value) verfolgt das Ziel, die nachhaltige und multifunktionale Bewirtschaftung von Wäldern in China zu fördern. Beteiligt sind die Universität Freiburg mit Prof. Dr. Heinrich Spiecker (Institut für Waldwachstum), Prof. Dr. h.c. Gero Becker (Institut für Forstbenutzung und Arbeitswissenschaft) und Prof. Dr. Jürgen Bauhus (Waldbau-Institut), sowie die Universität Göttingen, die Technische Universität Dresden, chinesische Forschungsinstitutionen und deutsche Unternehmen. Gemeinsam entwickeln sie neue Technologien und waldbauliche Strategien, die ökologische und sozioökonomische Aspekte berücksichtigen.

Innovative Methoden und Demonstrationswälder

Im Rahmen von Lin²Value werden Demonstrationswälder angelegt. Diese sollen die effiziente und nachhaltige Produktion holzartiger Biomasse aus standortangepassten Baum- und Bambusarten als Rohstoff und erneuerbaren Energieträger veranschaulichen. Die Forstwissenschaftler setzen dabei auf moderne Methoden der Waldinventur, wie das terrestrische Laserscanning. Für steiles Gelände kommt die Seilkrantechnik zum Einsatz. Zudem werden neue Verfahren zur Holzdichtemessung und zur Umformung holziger Biomasse in energieeffiziente Heiz- und Kraftstoffe, sogenannte Pellets, angewendet.

Anpassung an den Klimawandel und Waldumbau

Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts liegt auf der Analyse der Anpassungsfähigkeit von Plantagenwäldern an den Klimawandel. Die Forscher evaluieren die Effekte eines Umbaus von Plantagen in naturnahe, kohlenstoffreiche Wälder und modellieren verschiedene Entwicklungsszenarien. In den letzten 30 Jahren wurden in China etwa 50 Millionen Hektar Wald angepflanzt. Ein Großteil dieser Wälder wurde jedoch nicht mit standortgerechten Baumarten aufgeforstet und weist einen instabilen und wenig produktiven Zustand auf. Zwischen 2005 und 2020 sollten zusätzlich rund 40 Millionen Hektar Wald angepflanzt werden, was nahezu der vierfachen Waldfläche Deutschlands entspricht.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert Lin²Value ab dem 15. März 2012 über einen Zeitraum von drei Jahren mit 2,75 Millionen Euro.

25.02.2012

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