Das Grüne Band als Vorbild für den Naturschutz
Die Republik Korea zeigt großes Interesse an den deutschen Erfahrungen mit der Entwicklung des Grünen Bandes. Ähnlich dem ehemaligen innerdeutschen Grenzstreifen hat sich in der DMZ, die die beiden koreanischen Staaten trennt, ein ökologisch wertvoller Naturstreifen entwickelt.
Das Grüne Band in Deutschland erstreckt sich über fast 1.400 Kilometer und bildet einen bedeutenden Lebensraumkorridor. Es beherbergt eine Vielfalt an Pflanzen- und Tierarten, die sich in der Abgeschiedenheit der ehemaligen Grenzregion entwickeln konnte. Heute gilt das Grüne Band mit seinen angrenzenden Schutzgebieten als eine Kette von Naturschutzgebieten und dient zudem als Mahnmal der deutschen Teilung. Es ist Teil des Grünen Bandes Europa, das sich über 12.500 Kilometer entlang des ehemaligen Eisernen Vorhangs von der Barentssee bis zum Schwarzen Meer zieht. Das Bundesamt für Naturschutz engagiert sich seit vielen Jahren für dessen Erhalt und Entwicklung.
Die Demilitarisierte Zone in Korea – ein einzigartiges Ökosystem
Die DMZ wurde 1953 nach dem Koreakrieg eingerichtet und trennt die beiden koreanischen Staaten. Sie ist 248 Kilometer lang und etwa vier Kilometer breit. Der Zutritt ist nur mit Genehmigung der Waffenstillstandskommission gestattet. Diese Abgeschiedenheit ermöglichte eine weitgehend ungestörte Entwicklung der Natur mit einer Vielfalt seltener Tier- und Pflanzenarten.
In Südkorea gibt es Bestrebungen, die Natur in der DMZ zu sichern und sie auch im Falle einer Grenzöffnung vor Zerstörung zu bewahren. Gleichzeitig soll die DMZ zu einer touristischen Attraktion entwickelt werden. Die Gyeonggi-Provinz, mit elf Millionen Einwohnern die größte Provinz Südkoreas nach Seoul, hat Anteil an der DMZ. Der Gouverneur der Gyeonggi-Provinz besuchte im Rahmen einer Deutschlandreise das Grüne Band. Aufgrund der Parallelen zwischen dem Grünen Band und der DMZ wird ein intensiver fachlicher Austausch angestrebt, um beiderseitigen Nutzen zu erzielen.