Allgemeines, Pflegemaschinen und Pflegegeräte

125 Jahre Amazone: Kontinuierliches Wachstum und zielsichere Zukunftsausrichtung

Amazone feierte 2008 sein 125-jähriges Bestehen und blickte auf eine beeindruckende Unternehmensgeschichte zurück, die von kontinuierlichem Wachstum und Innovation geprägt ist. Die Geschäftsführer Christian und Dr. Justus Dreyer würdigten die Beiträge aller Beteiligten und formulierten klare Ziele für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

Die Anfänge und Expansion von Amazone

Im Jahr 2008 feierte Amazone sein 125-jähriges Bestehen. Die Geschäftsführer Christian Dreyer und Dr. Justus Dreyer würdigten bei diesem Anlass die Beiträge von Kunden und allen Beteiligten zum Unternehmenserfolg. Gleichzeitig formulierten sie klare Vorstellungen für die zukünftige Entwicklung des Unternehmens.

Die Geschichte von Amazone begann 1883 in Gaste bei Osnabrück, als Heinrich Dreyer das Unternehmen gründete. Zunächst konzentrierte er sich auf die Produktion von Getreidereinigungsmaschinen. Das Produktspektrum erweiterte sich sukzessive um Pflüge, Kultivatoren und Kartoffelsortierer, bevor 1915 die ersten Düngerstreuer hinzukamen. Heinrich Dreyer erkannte früh die Bedeutung des Exports und legte mit dem Verkauf von Getreidereinigungsmaschinen nach Valparaiso, Chile, im Jahr 1906 den Grundstein für das internationale Engagement der heutigen Amazone-Gruppe.

Produktentwicklung und Markterfolg über Generationen

Die nachfolgenden Generationen der Familie Dreyer führten die Expansion fort. 1942 wurden Kartoffelerntemaschinen eingeführt, gefolgt von Drillmaschinen im Jahr 1949 und Stalldungstreuern 1959. In den 1960er Jahren entwickelten sich der Zweischeibendüngerstreuer ZA und die Drillmaschine D4 zu wichtigen Produkten, die Amazone zur Marktführerschaft verhalfen. 1967 erfolgte der Einstieg in die Bodenbearbeitung, und 1970 begann die Produktion von Pflanzenschutzspritzen.

Im Bereich der Bodenbearbeitung war Amazone ein Pionier bei zapfwellengetriebenen Geräten, die mit einer Drillmaschine kombiniert werden konnten, darunter die Rüttelegge, der Kreiselgrubber und die Kreiselegge. Nach der deutschen Wiedervereinigung erweiterte das Unternehmen sein Angebot um verschiedene passiv arbeitende Bodenbearbeitungsmaschinen.

Trotz schwieriger Phasen wie Weltkriegen, der Weltwirtschaftskrise und branchenbedingten Konjunkturflauten gelang es der Familie Dreyer, das Unternehmen kontinuierlich auszubauen. Amazone blieb im Familienbesitz und verfolgte einen soliden Wachstumskurs, während andere Landmaschinenhersteller aufgeben oder übernommen wurden.

Kernkompetenzen und wirtschaftliche Entwicklung

Die Kernkompetenzen von Amazone umfassen heute die aktiv und passiv arbeitende Bodenbearbeitungstechnik, Sämaschinen und Einzelkornsämaschinen, Düngerstreuer sowie Pflanzenschutzspritzen. In diesen Bereichen hat sich Amazone in Deutschland und international als Marktführer etabliert und gilt als führender Hersteller für komplette Verfahrensketten im intelligenten Pflanzenbau.

Neben der Landtechnik produziert Amazone auch Maschinen für die Park- und Grünflächenpflege sowie für den Winterdienst. Ein weiteres Standbein ist die Projektierung und der Bau von Mehrzwecklagerhallen. Im Wirtschaftsjahr 2007 erzielte die Amazone-Gruppe mit über 1.500 Mitarbeitern an sieben Standorten einen Umsatz von 290 Millionen Euro, was einem Wachstum von 20 % gegenüber dem Vorjahr entsprach. Der Exportanteil lag bei 80 %. Der Stammsitz und das Hauptwerk befinden sich weiterhin in Gaste, einem Ortsteil von Hasbergen bei Osnabrück.

Die Unternehmensanteile sind vollständig im Besitz der Familien Dreyer. Während Prof. h.c. (SAA Samara) Dr. Dr. h.c. Heinz Dreyer und Klaus Dreyer weiterhin in der Geschäftsleitung aktiv sind, haben Dipl.-Wirtsch.-Ing. Christian Dreyer und Dipl.-Ing. Dr. Justus Dreyer aus der vierten Generation die Verantwortung übernommen.

"Unser Name und Firmenemblem, die 'Amazone mit Pfeil und Bogen', waren das Symbol für die Erfolge in der Vergangenheit. Diese Erfolge wollen wir fortsetzen und das Unternehmen 'Zielsicher in die Zukunft' führen", erklärten die beiden Geschäftsführer anlässlich des 125-jährigen Jubiläums.

"Dabei sagen wir zunächst: Danke an unsere Vorfahren! Die Werte, die sie geschaffen haben, wollen wir nachhaltig weiterentwickeln. Unser Dank geht aber auch an die Mitglieder unserer Familien, an die Kunden, die Mitarbeiter, die Vertriebspartner und Importeure, die Lieferanten und an alle, die zum Erfolg beigetragen haben."

Strategische Ausrichtung und Zukunftspläne

Die Unternehmensphilosophie von Amazone ist auf langfristiges Planen und Investieren ausgerichtet, um eine solide Finanzierungsbasis und Unabhängigkeit für weiteres Wachstum zu gewährleisten. Ziel ist der überproportionale Ausbau der Produktionskapazitäten durch Modernisierung bestehender Anlagen und den Bau neuer Produktions- und Montagehallen. Für den Standort Hude ist ein komplett neues Werk auf einer Fläche von 12 Hektar geplant. Amazone strebt an, in seinen Hauptproduktbereichen Marktanteile von mindestens 20 % auf den wichtigsten globalen Märkten zu erreichen und mittelfristig einen Jahresumsatz von 500 Millionen Euro zu erzielen.

Bei der Entwicklung neuer Technologien liegt der Fokus auf den Bedürfnissen der Kunden und der frühzeitigen Erkennung zukünftiger Anforderungen. Dr. Justus Dreyer betonte, dass dieser Ansatz Amazone in der Vergangenheit erfolgreich gemacht und zu einer führenden Position bei Landmaschinen-Innovationen geführt habe. Zukünftig sollen die komplexen Maschinen und Verfahren durch intensivere Beratungsdienstleistungen begleitet werden. Das Active-Programm, eine Kooperation mit Wissenschaft, Beratungsinstitutionen und der Agrarindustrie, wird weiter ausgebaut. Im Zuge des Jubiläums wurde am Standort Hasbergen-Gaste ein neues ACTIVE Center als Ausstellungs- und Schulungsgebäude eingeweiht.

Weitere wichtige Aufgaben sind die Optimierung von Produktions- und Logistikprozessen sowie die Intensivierung von Qualitäts- und Serviceangeboten. Amazone bekennt sich zur Verantwortung für seine Mitarbeiter und deren Arbeitsplätze. Christian Dreyer hob hervor, dass motivierte und qualifizierte Mitarbeiter entscheidend sind, um bei der Entwicklung neuer Technologien führend zu bleiben und stets optimale Qualität zu produzieren.

Ökonomie, Ökologie und technologische Innovationen

Die Geschäftsführer sehen die Vereinbarkeit von Ökonomie und Ökologie als zentrale Herausforderung für die Weiterentwicklung des Maschinenprogramms. Amazone-Maschinen sollen verstärkt in arbeitskräfte- und kraftstoffsparenden Verfahrensketten angeboten werden. Der Bereich IT-Farming, der sinnvolle Einsatz von Elektronik, wird ausgebaut, um den Betriebsmitteleinsatz in der Landwirtschaft zu optimieren und ökologischen Anforderungen gerecht zu werden. Mithilfe von GPS-Technologien, Software und anderen Instrumenten sollen die Möglichkeiten der teilflächenspezifischen Bearbeitung erweitert werden.

Dr. Justus Dreyer erklärte, dass in der Bodenbearbeitung durch eine an die jeweiligen Teilflächen angepasste Intensität deutlich mehr Kraftstoff gespart werden kann als durch den Einsatz von Traktoren mit niedrigerem Verbrauch. Die Anwendung von GPS-Technologie schone zudem die Umwelt, trage zur Qualitätssicherung von Lebensmitteln bei und optimiere die Wirtschaftlichkeit in der Landwirtschaft.

Rund um die Bodenbearbeitung wird das erfolgreiche 3C-Konzept – Cost-Cutting-Concept – ausgebaut. Amazone will weiterhin für jeden Standort, jede Besonderheit und jede Betriebsgröße die passenden Maschinen und Verfahren für die kostengünstigste Bodenbearbeitung und Saat anbieten. Eine wichtige Grundlage hierfür ist die Ausweitung des eigenen Versuchsprogramms im internationalen Bereich, in Kooperation mit wissenschaftlichen Instituten, Beratungsinstitutionen und landwirtschaftlichen Praktikern.

Der Trend geht weltweit zu Mulch- und Direktsaatverfahren, bedingt durch Bevölkerungswachstum, steigenden Wohlstand und die zunehmende Nachfrage nach Pflanzenprodukten, auch für Dieselersatzstoffe und Biogase. Dies erfordert die Bewirtschaftung von Standorten mit Wassermangel oder Erosionsproblemen. Der prognostizierte Klimawandel wird zudem die Nachfrage nach wassersparenden Pflanzenproduktionsverfahren erhöhen. Amazone ist mit seinen Maschinen für Mulch- und Direktsaat bereits gut aufgestellt.

Eine weitere Zukunftsaufgabe ist die Weiterentwicklung der Technik in allen Kompetenzfeldern, um bei gleicher Arbeitsqualität höhere Geschwindigkeiten zu ermöglichen ("Speedworking"). Dies ist relevant, da gesetzliche Vorgaben wie die Straßenverkehrsordnung Grenzen für die Vergrößerung von Arbeitsbreiten setzen. Ein Beispiel für "Speedworking" ist die Einzelkornsämaschine EDX, die auf der Agritechnica 2007 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet wurde und die Flächenleistung ohne Einbußen bei der Ablagequalität um bis zu 50 % steigern kann. Eine aktuelle Herausforderung sehen die Geschäftsführer zudem im verstärkten Anbau nachwachsender Rohstoffe, für den Amazone entsprechende Maschinenlösungen entwickeln wird.

"Wir bemühen uns intensiv, dass Amazone seine Kunden auch in Zukunft optimal bedienen kann. Es gilt, weiterhin beweglicher und schneller zu agieren als andere", fassten die Geschäftsführer die Herausforderungen zusammen. "Dies erfordert einerseits, immer wieder aufs Neue den aktuellen Kundenanforderungen gerecht zu werden und entsprechend innovative Technik zu entwickeln. Andererseits werden wir für Amazone die schlanken Hierarchien, kurze und schnelle Entscheidungswege, zugleich aber auch die motivierten Mitarbeiter, Vertriebspartner und Lieferanten pflegen und erhalten."

14.05.2008

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

AMAZONEN-Werke H. Dreyer GmbH & Co. KG

Am Amazonenwerk 9-13
49205Hasbergen
Deutschland

Tel.:+49 5405 501-0
Fax:+49 5405 501-147

E-Mail:
Web: 

Zurück