Pflanzen und Pflanzenteile

Gips-Schüle-Stiftung ehrt Prof. Dr. Karl Schmid für Forschungsvorhaben

Die Gips-Schüle-Stiftung zeichnet Prof. Dr. Karl Schmid von der Universität Hohenheim mit 150.000 Euro aus. Die Förderung ermöglicht die Vorbereitung großer Forschungsvorhaben im Bereich Kulturpflanzen und unterstützt die Digitalisierung.

Forschung zu Kulturpflanzen und Digitalisierung

Die Gips-Schüle-Stiftung hat Prof. Dr. Karl Schmid, Leiter des Fachgebiets Nutzpflanzenbiodiversität und Züchtungsinformatik an der Universität Hohenheim, mit der Auszeichnung „Freiräume für die Forschung“ geehrt. Die mit 150.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde im Balkonsaal von Schloss Hohenheim überreicht und soll die Vorbereitung großer Forschungsvorhaben ermöglichen. Die Stiftung plant, das Programm bis 2021 fortzuführen.

Prof. Dr. Schmid beabsichtigt, die Fördermittel für ein Projekt im Bereich Kulturpflanzen einzusetzen. Hierfür sollen zwei wissenschaftliche Mitarbeiter ihn bei der Antragsstellung unterstützen und ihn in der Lehre entlasten. Zudem sollen Softwaretools weiterentwickelt werden, um die Digitalisierung in seinem Fachgebiet voranzutreiben. Das geplante Forschungsprojekt soll Erkenntnisse über die Vermehrung von Kulturpflanzen liefern.

Pflanzenarten verfügen über verschiedene Fortpflanzungsmethoden. Ein evolutionärer Vergleich dieser Systeme kann zeigen, welche genetischen Faktoren besonders wichtig für eine erfolgreiche Fortpflanzung sind.

Diese Grundlagenforschung soll dazu beitragen, die Entwicklung von Pflanzen besser zu verstehen und langfristig die Pflanzenzüchtung zu verbessern, beispielsweise durch die Vereinfachung von Kreuzungen.

Bedeutung der Förderung für die Universität Hohenheim

Dr. Stefan Hofmann, Vorstand der Gips-Schüle-Stiftung, betonte die Bedeutung der Förderung von Forschung auf allen Ebenen, von Studienstipendien bis zur Unterstützung komplexer Grundlagenforschung. Die Stiftung habe die Idee der Universität, Wissenschaftlern wie Prof. Dr. Schmid Freiräume zu schaffen, aufgegriffen. Die Auszeichnung sei bewusst nicht zweckgebunden, um den Geehrten die freie Entscheidung über die Verwendung der Mittel zu ermöglichen.

Der Rektor der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Stephan Dabbert, hob in seiner Gratulation die Relevanz von Prof. Dr. Schmids Arbeit für die Universität hervor. Die Universität Hohenheim setze sich seit ihrer Gründung für Lösungen im Kontext des Klimawandels ein. Die Auszeichnung stärke das Engagement der Universität in der Pflanzenforschung, die international als Aushängeschild mit innovativen Ansätzen wahrgenommen werde.

Prof. Dr. Schmid werde als herausragender Vertreter seines Fachgebiets geehrt. Zu seinen Leistungen gehöre der Mitaufbau der „Regionalen Forschungsallianz Ertragsstabilität in dynamischen Umwelten“. Sein Antrag berücksichtige zudem das Thema Digitalisierung, das in der Forschung zunehmend an Bedeutung gewinnt. Der Rektor lobte auch die grundlagenwissenschaftliche Ausrichtung von Prof. Dr. Schmids Forschungsgebiet, die zur Stärkung der Grundlagenforschung an der Universität beitrage. Seine Fähigkeiten als Koordinator bei der Einwerbung großer Verbundinitiativen habe er bereits bei einem DFG-Schwerpunktprogramm unter Beweis gestellt.

Auswahlverfahren und Stiftungshintergrund

Das Programm „Freiräume für die Forschung“ wurde in Kooperation zwischen der Universität Hohenheim und der Gips-Schüle-Stiftung entwickelt. Das Auswahlverfahren erfolgte zweistufig: Zunächst konnten alle promovierten Forscher der Universität Kandidaten vorschlagen. Nach einer Vorauswahl durch eine Jury reichten die Nominierten detaillierte Bewerbungen mit ihren Forschungsideen ein. Die Jury besteht aus Prof. Dr. Stephan Dabbert (Rektor der Universität Hohenheim), Prof. Dr. Andreas Schaller (Prorektor für Forschung) und Prof. Dr. Peter Frankenberg (ehemaliger Wissenschaftsminister Baden-Württembergs und Aufsichtsratsmitglied der Gips-Schüle-Stiftung).

Die Gips-Schüle-Stiftung fördert Forschung, Nachwuchs und Lehre in Baden-Württemberg, mit einem Schwerpunkt auf den MINT-Fächern (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) und interdisziplinären Projekten. Sie arbeitet mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen, finanziert Stiftungsprofessuren, vergibt Stipendien und unterstützt Projekte zur Lehrerbildung sowie Studienbotschafter zur Anwerbung von Abiturienten für MINT-Fächer. Alle zwei Jahre vergibt die Stiftung Forschungspreise im Wert von 65.000 Euro und jährlich den Gips-Schüle-Nachwuchspreis mit insgesamt 17.500 Euro.

23.10.2017

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