UNESCO verabschiedet Lima-Aktionsplan und erweitert weltweites Netzwerk
Der Internationale Koordinationsrat des UNESCO-Programms „Der Mensch und die Biosphäre“ (MAB) hat in Lima 20 neue Biosphärenreservate anerkannt. Damit umfasst das weltweite Netzwerk nun insgesamt 669 UNESCO-Biosphärenreservate in 120 Ländern.
Die Schutzgebiete gelten als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung und sollen ökologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Interessen miteinander verbinden. Gleichzeitig verabschiedete die UNESCO den neuen Lima-Aktionsplan, der für die kommenden zehn Jahre rund 60 Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Weltnetzes vorsieht.
Neue Biosphärenreservate auf mehreren Kontinenten
Zu den neu aufgenommenen Regionen zählen unter anderem die britische Isle of Man, die Atlas-Zederngebiete in Marokko, der Bosomtwe-See in Ghana sowie die mexikanische Insel Cozumel.
Die Biosphärenreservate repräsentieren wertvolle Ökosysteme und dienen dem Schutz biologischer Vielfalt. Gleichzeitig sollen sie eine nachhaltige Nutzung natürlicher Ressourcen ermöglichen und regionale Entwicklung fördern.
Nachhaltige Entwicklung im Mittelpunkt
Das UNESCO-Programm „Der Mensch und die Biosphäre“ entwickelt seit 1971 Konzepte für ressourcenschonendes und umweltverträgliches Wirtschaften. Biosphärenreservate übernehmen dabei eine zentrale Rolle.
In den Modellregionen arbeiten Verwaltungen, Unternehmen und Bevölkerung gemeinsam an Lösungen für Nutzungskonflikte, etwa beim Klimaschutz, bei Infrastrukturprojekten oder der Landnutzung. Forschung und Bildung für nachhaltige Entwicklung gehören ebenfalls zu den Kernaufgaben.
Regelmäßige Überprüfung der Schutzgebiete
Im Rahmen der Sitzung in Lima wurden zudem mehr als 140 bestehende Biosphärenreservate evaluiert. Zwei Gebiete schieden aus dem Weltnetz aus, da sie die Anforderungen der UNESCO nicht mehr erfüllten.
Die Reservate werden mindestens alle zehn Jahre überprüft, um ihren Schutzstatus und die nachhaltige Entwicklung der Regionen zu bewerten.
Deutschland bringt Erfahrungen in den Weltkongress ein
Dem Treffen des Internationalen Koordinationsrats ging der vierte Weltkongress der UNESCO-Biosphärenreservate voraus. Deutschland beteiligte sich mit Beiträgen aus seinen 15 UNESCO-Biosphärenreservaten an dem internationalen Austausch.
Mehr als 20 deutsche Wissenschaftler sowie Verantwortliche aus den Schutzgebieten präsentierten ihre Projekte und Erfahrungen. Darüber hinaus brachte das deutsche MAB-Nationalkomitee gemeinsam mit der Deutschen UNESCO-Kommission ein Positionspapier zur stärkeren Mitwirkung deutscher Biosphärenreservate im Weltnetz ein.
Zusätzlich sprach sich Deutschland für eine intensivere globale Zusammenarbeit im Bereich Bildung für nachhaltige Entwicklung aus. Auch für den Garten- und Landschaftsbau gewinnen nachhaltige Flächenentwicklung, Biodiversität und ressourcenschonende Nutzungskonzepte zunehmend an Bedeutung.
