Klimaforschung soll Kommunen bei der Baumartenwahl unterstützen
Steigende Temperaturen, längere Trockenperioden und zunehmender Schädlingsbefall setzen vielen Stadtbäumen in Bayern zunehmend zu. Besonders Arten wie Platane oder Kastanie reagieren empfindlich auf die veränderten klimatischen Bedingungen. Mit dem Forschungsprojekt „Stadtgrün 2021“ will der Freistaat deshalb neue Erkenntnisse zur langfristigen Entwicklung klimaresistenter Stadtbäume gewinnen.
Das vom Bayerischen Landwirtschaftsministerium initiierte Vorhaben ist langfristig angelegt und wird mit mehr als 200.000 Euro aus dem Klimaprogramm Bayern 2020 finanziert. Ziel ist es, belastbare Empfehlungen für eine zukunftssichere Baumartenwahl im urbanen Raum zu entwickeln.
Drei Standorte mit unterschiedlichen Klimabedingungen
Die Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) in Veitshöchheim startet dazu Versuchsflächen an drei klimatisch unterschiedlichen Standorten in Bayern. Gepflanzt werden insgesamt rund 500 Bäume.
Die Untersuchungen finden in folgenden Regionen statt:
- Würzburg mit warm-trockenem Klima
- Hof mit kalt-trockenen Bedingungen
- Kempten im niederschlagsreichen Voralpenraum
Für die Versuche wurden 20 Baumarten ausgewählt, die als besonders anpassungsfähig gelten. Neben bekannten Arten umfasst die Auswahl auch verschiedene Exoten wie die südeuropäische Blumenesche, den amerikanischen Amberbaum sowie den japanischen Schnurbaum.
Langfristige Beobachtung der Baumgesundheit
Die Entwicklung der Versuchsbäume wird bis zum Jahr 2021 regelmäßig untersucht und bewertet. Dabei stehen insbesondere Wachstum, Vitalität sowie die Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Krankheiten im Mittelpunkt.
Die Ergebnisse des Projekts sollen Kommunen, Planern und Verantwortlichen im urbanen Grünflächenmanagement künftig eine wichtige Grundlage für klimaangepasste Pflanzkonzepte liefern. Gerade im Bereich des Garten- und Landschaftsbaus gewinnen robuste und standortgeeignete Baumarten bei der Planung öffentlicher Grünanlagen zunehmend an Bedeutung.
