Dünger und Substrate

Emissionsmindernde Ausbringung von flüssigem Wirtschaftsdünger nimmt zu

Die deutsche Landwirtschaft setzt verstärkt auf emissionsmindernde Techniken bei der Ausbringung von flüssigem Wirtschaftsdünger. Eine aktuelle Erhebung zeigt, dass 65 Prozent des Düngers bereits mit modernen Verfahren appliziert werden, was eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahrzehnt darstellt.

Moderne Ausbringungstechniken im Fokus

In der deutschen Landwirtschaft wurde im Zeitraum von März 2019 bis Februar 2020 ein Großteil des flüssigen Wirtschaftsdüngers emissionsmindernd ausgebracht. Von insgesamt 188 Millionen Kubikmetern erfolgte die Ausbringung von 65 Prozent mit entsprechenden Techniken. Zehn Jahre zuvor, bei einer vergleichbaren Ausbringungsmenge von 190 Millionen Kubikmetern, lag dieser Anteil noch bei 31 Prozent.

Moderne Ausbringungstechniken für flüssigen Wirtschaftsdünger tragen zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft bei. Die Ergebnisse der Landwirtschaftszählung 2020 zeigen eine Zunahme der Nutzung dieser emissionsarmen Verfahren.

Etwa 122 Millionen Kubikmeter, was 65 Prozent des ausgebrachten flüssigen Wirtschaftsdüngers entspricht, wurden mittels Schleppschlauch, Schleppschuh, Schlitzverfahren oder Güllegrubber appliziert. Diese Techniken verteilen den Dünger bodennah, was Nährstoffverluste und Emissionen reduziert. Die verbleibenden 35 Prozent des flüssigen Wirtschaftsdüngers (66 Millionen Kubikmeter) wurden 2020 mit dem Breitverteiler ausgebracht, einer emissionsintensiveren Methode.

Obwohl der Breitverteiler weiterhin eine häufig genutzte Ausbringungstechnik ist, überwiegt die kombinierte Nutzung der emissionsärmeren Verfahren. Im Vergleich zu vor zehn Jahren hat der Breitverteiler an Bedeutung verloren: 2010 wurden noch 69 Prozent des flüssigen Wirtschaftsdüngers großflächig mit dieser Methode verteilt.

Abdeckung von Lagerbehältern

Zur Emissionsvermeidung trägt auch die Abdeckung von gelagertem Wirtschaftsdünger bei. Abdeckungen reduzieren den Luftkontakt des Düngers und somit klimaschädliche Emissionen. Laut Landwirtschaftszählung 2020 lagerten 83 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe ihren flüssigen Wirtschaftsdünger ausschließlich in Behältern mit natürlichen oder künstlichen Abdeckungen.

17 Prozent der Betriebe nutzten Behälter ohne Abdeckung. Diese Anteile haben sich im Zehnjahresvergleich nicht verändert: Im Zeitraum März 2009 bis Februar 2010 nutzten ebenfalls 83 Prozent der Betriebe Abdeckungen, und 17 Prozent der Betriebe hatten keine Abdeckung für ihre Güllebehälter.

28.07.2021

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