Bodenpflege, Naturschutz

30-Hektar-Tag 2022: NABU fordert konsequenten Schutz von Böden und Freiflächen

Der NABU kritisiert den weiterhin hohen Flächenverbrauch in Deutschland. Täglich werden rund 54 Hektar Boden für Straßen, Gewerbe und Wohnbebauung versiegelt – deutlich mehr als das angestrebte 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung.

Naturschutzbund fordert strengere Maßnahmen gegen Bodenversiegelung

Nach Angaben des NABU werden in Deutschland täglich rund 54 Hektar Fläche für Straßen, Gewerbegebiete und Wohnbebauung in Anspruch genommen. Das entspricht stündlich einer Fläche von etwa drei Fußballfeldern.

Hochgerechnet auf ein Jahr verschwindet damit eine Fläche in der Größenordnung der Stadt Nürnberg. Der Naturschutzbund Deutschland kritisiert den anhaltend hohen Flächenverbrauch und fordert eine deutlich stärkere Begrenzung der Bodenversiegelung.

NABU sieht fehlende Trendwende

„Wir tun immer noch so, als sei Boden eine unendliche Ressource. Tatsächlich besteht längst hoher Wettbewerb um jeden Quadratmeter“, erklärt NABU-Bundesgeschäftsführer Leif Miller.

Nach Einschätzung des Verbandes fehlt weiterhin eine echte Trendumkehr beim Flächenverbrauch. Die Bundesregierung sei noch weit vom eigenen Ziel entfernt, die tägliche Flächenneuinanspruchnahme bis 2030 auf maximal 30 Hektar zu begrenzen.

Kritisiert wird unter anderem die Ausweisung großer Gewerbe- und Logistikflächen ohne ausreichende ökologische Ausgleichsmaßnahmen wie Dachbegrünungen oder Photovoltaikanlagen.

„Dabei muss auch die Wirtschaft ihren Beitrag leisten, auch für sie ist ein toter Planet letztlich unrentabel.“

Versiegelung belastet Klima und Artenvielfalt

Der hohe Flächenverbrauch wirkt sich nach Angaben des NABU negativ auf Biodiversität, Klima und Wasserhaushalt aus. Durch Versiegelung und Zerschneidung von Lebensräumen verschärfe sich das Artensterben.

Zusätzlich werde die Grundwasserbildung beeinträchtigt. Neue Siedlungs- und Verkehrsflächen verursachten außerdem mehr Verkehr und damit höhere CO2-Emissionen.

In Städten verstärke sich die Überhitzung, da unversiegelte Flächen und ihre kühlende Verdunstungswirkung verloren gingen.

Forderung nach verbindlichen Reduktionszielen

Der NABU fordert konkrete Maßnahmen zur Verringerung des Flächenverbrauchs. Dazu gehören verbindliche Reduktionsziele auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sowie eine effizientere Nutzung bereits beanspruchter Flächen.

Außerdem spricht sich der Verband für einen verbindlichen Schutz von Grünflächen und eine Modernisierung des Baurechts aus.

Für den Garten- und Landschaftsbau gewinnen damit Konzepte zur Entsiegelung, Regenwasserbewirtschaftung und klimaangepassten Freiraumgestaltung weiter an Bedeutung.

21.07.2022

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