Intakte Moore sind relevante Klimaschützer. Torf wird aus Mooren gestochen und dadurch werden sie entwässert, wodurch Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre freigegeben wird. Durch den Torfbedarf im Gartenbau wird dadurch der Klimawandel vorangetrieben. Die Emissionen im Gartenbau durch den Torfabbau entsprechen etwa denen des innerdeutschen Flugverkehrs.
Deutschland ist der Hauptproduzent von abgepackten Substraten, in denen sich auch häufig Torf befindet. Da in Deutschland nur in 0,5 % der Moore Torf abgebaut wird, kann der Torfbedarf nicht gedeckt werden. Der Rest wird aus dem Baltikum importiert. Bis 2026 soll der Hobby-Gartenbau in Deutschland aber torffrei werden, der Anteil an Torfersatzprodukten wird also immer größer. Im Jahr 2024 wurden in Blumenerden noch 33 % Torf verwendet.
Im Freiland haben Pflanzen viel Platz in der Erde und können auf großer Fläche viel Wasser aufnehmen. Blumentöpfe sind für sie Extremstandorte, da sich Wasser, Luft und Nährstoffe auf engstem Raum befinden. Daher gibt es sehr hohe Ansprüche an das Substrat.
Torf ist aufgrund seiner physikalischen, biologischen und chemischen Anforderungen fast ein Alleskönner. Bei Torfersatzprodukten ist der pH-Wert, der Nährstoff-, Salz- und Stickstoffgehalt sowie der Luft- und Wasserhaushalt anders als beim Torf. Daher muss das Düngeverhalten angepasst werden. Beispielsweise sollte von Anfang an mit einem stickstoffhaltigen Dünger gedüngt werden. Auch bei anhaltendem Regen sollte den Pflanzen Dünger zugeführt werden, damit sie genug Nährstoffe haben. Außerdem braucht torffreie Erde doppelt so viel Wasser als Erde mit Torf, da Torf das Wasser speichert.
Beim Kauf von Erde sollte auf die Bestandteile, den pH-Wert und den Nährstoffgehalt geachtet werden – das bestimmt die Qualität. Optimal ist ein mittlerer pH-Wert von 5,5 bis 6,5, ein niedriger Salzgehalt sowie ein hoher Stickstoff- und Kaliumgehalt. Jedoch gibt es nur wenig Produkte, die im Optimalbereich liegen und die Qualität der Erde nimmt mit einer langen Lagerung ab. Allgemein sollte Erde trocken und witterungsgeschützt gelagert werden.
Im Bereich von Pflanzenerden gibt es ein Gütesiegel namens RAL. Damit ausgezeichnete Produkte sind sich in Fachgeschäften erhältlich. Außerdem bedeutet ein hoher Preis nicht automatisch eine hohe Qualität, aber Qualität gibt es nicht günstig.


