Neue Schutzanlagen verbinden Hochwassersicherheit mit ökologischer Aufwertung in Simbach
Mit Investitionen von rund 52 Millionen Euro wird der Hochwasserschutz in Simbach am Inn umfassend ausgebaut. Bayerns Umweltminister Thorsten Glauber hat den offiziellen Startschuss für die Umsetzung der Maßnahmen gegeben.
„Wir tun alles, um Bayern hochwasserfest zu machen. Gerade Hochwasserereignisse mit Starkregen und Sturzfluten werden infolge des Klimawandels weiter zunehmen. Der kleinste Bach kann zum reißenden Fluss werden“, erklärte Glauber.
Hintergrund der Maßnahmen ist das schwere Hochwasserereignis im Sommer 2016, das die Region besonders stark getroffen hatte. Mit dem Ausbau sollen Bevölkerung und Infrastruktur künftig besser geschützt werden.
Ausbau von Deichen und neuer Bachlauf
Geplant sind umfangreiche bauliche und ökologische Maßnahmen entlang des Simbachs. Der Wildbach wird verbreitert, neue Deiche und Hochwasserschutzwände entstehen. Zusätzlich ist ein Ausschotterungsbecken vorgesehen.
Nach Angaben des Umweltministeriums verbindet das Projekt Hochwasserschutz, ökologische Aufwertung und Aufenthaltsqualität im Sinne des Programms „PRO Gewässer 2030“.
„Wir geben dem Wildbach Simbach Raum für eine natürliche Entwicklung und den Simbacherinnen und Simbachern neue Möglichkeiten für Freizeit und Erholung“, so Glauber.
Der Bach soll künftig bei normalen Wasserständen mäandrierend zwischen den neuen Schutzanlagen verlaufen. Die Flächen zwischen Deichen und Schutzwänden werden begrünt. Ergänzend entsteht entlang des neuen Bachlaufs ein Weg, der als Naherholungsbereich im Ortskern genutzt werden kann.
Bereits 13,1 Millionen Euro investiert
Bereits seit November 2016 laufen erste Arbeiten zur Wiederherstellung der beim Hochwasser beschädigten Deiche. In den vergangenen Jahren wurden zudem vorbereitende Maßnahmen umgesetzt.
Dazu zählen unter anderem:
- das Planfeststellungsverfahren
- Spartenverlegungen
- der Ersatzbau eines Regenüberlaufbeckens der Stadt
Für diese vorbereitenden Arbeiten wurden bislang rund 13,1 Millionen Euro investiert.
Schutz vor 100-jährlichem Hochwasser
Die neuen Hochwasserschutzanlagen sollen künftig Schutz vor einem sogenannten hundertjährlichen Hochwasserereignis bieten. Zusätzlich wird ein Klimazuschlag von 15 Prozent berücksichtigt, um den Auswirkungen des Klimawandels Rechnung zu tragen.
Mit dem Ausbau entstehen neben den technischen Schutzmaßnahmen auch neue Grün- und Aufenthaltsflächen entlang des Gewässers. Die Maßnahmen verbinden damit wasserwirtschaftliche Sicherheit mit städtebaulicher und landschaftlicher Aufwertung.
