Witterungsextreme erfordern gezielte Schutzmaßnahmen
Unbeständige Winter mit starken Temperaturschwankungen stellen den Garten- und Landschaftsbau vor besondere Herausforderungen. Von milden Perioden bis hin zu späten Schneefällen ist in Mitteleuropa alles möglich. Entsprechend wichtig ist es, Gehölze gezielt auf unterschiedliche Witterungsszenarien vorzubereiten.
Neben Frost kann auch intensive Wintersonne Schäden verursachen. Insbesondere gegen Ende des Winters führen steigende Sonneneinstrahlung und gleichzeitig kalte Nächte zu starken Temperaturunterschieden – sowohl im Tagesverlauf als auch zwischen Sonnen- und Schattenseite eines Gehölzes.
Spannungsrisse durch Temperaturunterschiede
Durch die Erwärmung dehnt sich die Rinde auf der Sonnenseite aus, während sie bei Frost wieder zusammenzieht. Diese Wechselbeanspruchung kann zu sogenannten Spannungsrissen führen. Besonders betroffen sind junge Obst- und Ziergehölze mit noch dünner Rinde.
Die entstehenden Schäden bieten Eintrittspforten für Pilze, Bakterien und Schädlinge. Im professionellen Garten- und Landschaftsbau hat sich daher der Weißanstrich von Baumstämmen bewährt. Dieser reflektiert die Sonnenstrahlen und reduziert die Aufheizung der Rinde deutlich.
Für eine wirksame Anwendung wird der Stamm vom Boden bis zum Kronenansatz behandelt. Vorab sollten Verunreinigungen wie Moos oder Flechten entfernt werden, um eine gleichmäßige Haftung zu gewährleisten.
Frosttrocknis bei immergrünen Gehölzen
Immergrüne Pflanzen wie Kirschlorbeer, Glanzmispel oder Ölweide verdunsten auch im Winter Wasser über ihre Blätter. Bei gleichzeitig gefrorenem Boden kann jedoch kein Nachschub über die Wurzeln erfolgen. Die Folge ist die sogenannte Frosttrocknis, die sich durch braune Triebspitzen bemerkbar macht.
Besonders gefährdet sind frisch gepflanzte Gehölze, deren Wurzelsystem noch nicht tief genug entwickelt ist. Hier sind gezielte Schutzmaßnahmen entscheidend, um Ausfälle zu vermeiden.
Praktische Schutzlösungen für die Praxis
Zur Reduzierung der Verdunstung empfiehlt sich der Einsatz von Schattiernetzen oder natürlichen Materialien wie Reet- und Weidematten. Diese werden um die Pflanzen gestellt und können zusätzlich mit Laub gefüllt werden, um einen effektiven Schutz vor Sonne und Frost zu bieten.
Auch die Wasserversorgung spielt eine zentrale Rolle: In frostfreien Perioden sollten immergrüne Gehölze ausreichend gewässert werden, um Trockenschäden vorzubeugen. Diese Maßnahmen sichern die Vitalität der Pflanzen und reduzieren Pflegeaufwand im Frühjahr.

