Naturschutz

AGDW-Präsident fordert Unterstützung für Waldeigentümer

Die deutschen Wälder und ihre Eigentümer leiden massiv unter den Folgen des Klimawandels. AGDW-Präsident Philipp zu Guttenberg fordert Bund und Länder auf, die Waldeigentümer, insbesondere den Kleinprivatwald, finanziell zu unterstützen, um akute Kalamitäten zu bewältigen und den Waldumbau voranzutreiben.

Klimawandel bedroht deutsche Wälder und ihre Eigentümer

Die deutschen Wälder und ihre Eigentümer sind zunehmend von den Auswirkungen des Klimawandels betroffen. Anhaltende Trockenheit und Hitze führen zu einer erhöhten Waldbrandgefahr, während Schädlinge wie der Borkenkäfer weite Waldflächen bedrohen. Besonders in Brandenburg, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt herrscht seit Wochen die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Auch in Bayern und Brandenburg sind die Wälder flächendeckend durch Schädlinge gefährdet. Der Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes zeigt in weiten Teilen Deutschlands bereits Warnstufe 4 an.

Die Waldeigentümer haben mittlerweile gravierend mit den Auswirkungen des Klimawandels zu kämpfen. Im Winter haben uns Stürme wie Friederike zugesetzt, im Sommer folgen Waldbrände und Schädlinge, die Waldeigentümer in ihrer Existenz bedrohen.

Dies erklärte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer. Er fordert Bund und Länder auf, den Fokus verstärkt auf den Wald und die Forstwirtschaft zu legen. Insbesondere der Kleinprivatwald, der über geringe Mittel verfügt, benötige Unterstützung sowohl für akute Kalamitäten als auch für den langfristigen Waldumbau. Zu Guttenberg verwies auf die Berliner Erklärung des Deutschen Forstwirtschaftsrates, die einen Maßnahmenkatalog hierzu enthält.

Die Waldbrandgefahr hat sich durch die anhaltende Trockenheit, die tief in die Böden reicht, erheblich verschärft. In Brandenburg wurden bereits 247 Waldbrände gezählt, im Vergleich zu 138 im Jahr 2017. Dabei wurden bis zu 330 Hektar Wald geschädigt (2017: 285 Hektar). Der AGDW-Präsident mahnt Waldbesucher zu besonderer Aufmerksamkeit, da ein Großteil der Brände auf unvorsichtiges Verhalten oder Brandstiftung zurückzuführen ist.

Ein weiteres Problem sind Schädlinge wie Borkenkäfer, Eichenprozessionsspinner und Kiefernbuschhornblattwespe. Ihre Verbreitung wird durch Wetterextreme wie hohe Temperaturen, Trockenheit und Stürme begünstigt, die das Ökosystem Wald schwächen. In Bayern beispielsweise verursachte der Borkenkäfer nach den Sturmschäden von 2017 allein im letzten Jahr einen wirtschaftlichen Schaden von rund 100 Millionen Euro. Auch in anderen Bundesländern wie Brandenburg oder Sachsen-Anhalt sind Schäden in Millionenhöhe durch Schädlinge zu verzeichnen.

In Bayern erhalten die rund 700.000 Waldeigentümer in Krisensituationen Unterstützung durch die Landesregierung und die Bayerischen Staatsforsten. Im vergangenen Jahr gab es dort rund 100 Millionen Euro Soforthilfe für sturmgeschädigte Waldeigentümer. Zudem wurden im Rahmen eines Waldförderprogramms jüngst gut 200 Millionen Euro bereitgestellt. Der auf der Interforst 2018 unterzeichnete Waldpakt stärkte ebenfalls die Position der Waldeigentümer.

Während der Klimawandel gesamtgesellschaftliche Ursachen hat, haben insbesondere die Waldeigentümer mit den Auswirkungen zu kämpfen. Die Unterstützung, wie wir sie in Bayern erfahren, wünschen und fordern wir auch vom Bund und von den anderen Landesregierungen.

Zu Guttenberg, der auch Präsidiumsmitglied im Bayerischen Waldbesitzerverband ist, betonte, dass solche Unterstützungen die Existenz der Waldeigentümer und damit die Stabilität der Wälder sichern. Angesichts des Klimawandels seien entsprechende Maßnahmen zur Vorsorge notwendig, um Notsituationen in den Wäldern abzuwehren.

26.07.2018

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