Umfassende Renaturierungsmaßnahmen an der Aller
Das Projekt „AllerVielfalt Verden“ zielt darauf ab, einen Biotopverbund von nationaler Bedeutung an der Aller zu entwickeln. Die Aller gilt als wichtiges Verbindungsgewässer zwischen Nordsee und Harz. Für das Vorhaben ist bis 2031 ein Gesamtbudget von rund 17 Millionen Euro vorgesehen.
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat in der ersten Förderphase 5,1 Millionen Euro an den Naturschutzbund Deutschland e.V. (NABU) und den Landkreis Verden übergeben. Das Projekt, initiiert vom NABU, soll auf einer Fläche von 2.350 Hektar in der Allerniederung naturnahe Strukturen schaffen. Dabei werden die Interessen von Landwirtschaft und Freizeitnutzung berücksichtigt.
Geplante Maßnahmen und Ziele
Im Rahmen des Projekts sollen Flutrinnen, Kleingewässer und Altarme wie die „Alte Aller“ wieder angebunden und Deiche rückverlegt werden. Das BfN begleitet und fördert das Vorhaben mit Mitteln des Bundesumwelt- und Verbraucherschutzministeriums aus dem Förderprogramm Auen.
Auen sind einer der artenreichsten, aber auch gefährdetsten Lebensräume Deutschlands. Gewässer- und Auenrenaturierungen, wie sie im Projekt ‚AllerVielfalt Verden‘ geplant sind, können zudem einen natürlichen Hochwasserschutz bieten und die Wasserqualität der Flüsse verbessern. Deshalb muss es unser gemeinsames Anliegen sein, diese Lebensräume langfristig naturnah zu entwickeln und zu erhalten – nicht nur an der Aller. Dabei wird der Bund den Akteuren vor Ort mit dem Förderprogramm Auen langfristig als verlässlicher Partner zur Seite stehen.
Im Projekt werden Auenbiotope wie Auengehölze, artenreiches Grünland und Gewässerrandstreifen entwickelt. Ziel ist die Aufwertung der Ufer- und Auenlebensräume. Die Maßnahmen werden im Dialog mit allen Flächeneigentümern und Nutzern in der Allerniederung identifiziert und umgesetzt.
Kooperation und Umsetzung
Neben dem NABU und dem Landkreis Verden ist auch die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) an der Zusammenarbeit beteiligt. Eine Kooperationsvereinbarung wurde im Oktober 2020 in Verden besiegelt. Die Umsetzung von Maßnahmen im Fluss obliegt dem örtlichen WSA Weser, während Maßnahmen in der Aue vom NABU und dem Landkreis Verden durchgeführt werden.
Die Projektleitung übernimmt Thomas Arkenau, Leiter der Abteilung Naturschutz des Landkreises Verden. Für das operative Geschäft und die fachliche Betreuung der Maßnahmen wird ein NABU-Projektbüro beim Ökozentrum in Verden eingerichtet.
Mit dem Projekt AllerVielfalt haben wir die Chance, an einer weiteren Bundeswasserstraße Naturschutzmaßnahmen umzusetzen und so die Biodiversität in der Allerniederung nachhaltig zu stärken. Hier fließen unsere langjährigen Erfahrungen aus dem Havel-Projekt – Europas größtem Flussrenaturierungsvorhaben – mit ein. Der Zusammenschluss zwischen Landkreis, Wasserstraßen- und Schiffahrtsamt (WSA) und NABU bündelt dabei verschiedenste Kompetenzen für eine erfolgreiche Verwirklichung des Biotopverbundes entlang der Aller.
Hintergrund und Finanzierung
Das Projekt „AllerVielfalt Verden“ ist das dritte und mit einem Gesamtbudget von 16,86 Millionen Euro bislang größte Vorhaben im Förderprogramm Auen. Es wird zunächst bis Ende 2025 mit 5,1 Millionen Euro gefördert. Davon stammen rund 4,2 Millionen Euro aus Bundesmitteln des Förderprogramms Auen des „Blauen Band Deutschland“. Das Land Niedersachsen steuert in der ersten Förderphase 900.000 Euro bei.
Mit einer Laufzeit von insgesamt zehn Jahren, einem Projektgebiet von 2.350 Hektar und 30 Flusskilometern haben sich der NABU e.V. und der Landkreis Verden umfangreiche Projektziele gesetzt.
Knapp 20 Jahre nach dem Abschluss des Naturschutzprojektes Fischerhuder Wümmeniederung ergreift der Landkreis mit dem Projekt AllerVielfalt das zweite Mal die Chance einer national bedeutenden Renaturierung seiner Flussläufe.
Über das Förderprogramm Auen können Landkreise und Kommunen, Naturschutz- und Umweltverbände sowie andere Akteure beim Bundesamt für Naturschutz Fördermittel beantragen. Ziel ist die naturnahe Entwicklung der Auen entlang der Bundeswasserstraßen als Zentren der biologischen Vielfalt und Achsen des Biotopverbundes. Mögliche Maßnahmen umfassen die Anlage oder Renaturierung von Auengewässern und Feuchtgrünland, die Entfernung nicht mehr benötigter Dämme und Entwässerungseinrichtungen sowie die Förderung von Grunderwerb oder Ausgleichszahlungen.
Das Förderprogramm ist Teil des Bundesprogramms „Blaues Band Deutschland“, einer gemeinsamen Initiative des Bundesumwelt- und Bundesverkehrsministeriums.

