Gartengestaltung

Klimaresiliente Gärten: Strategien für Wassermanagement und Pflanzenwahl

Angesichts zunehmender Hitze- und Trockenperioden sind klimaresiliente Gärten gefragt. Landschaftsgärtner bieten Lösungen für Wassermanagement und Pflanzenwahl, um Gärten zukunftsfähig zu machen und die Abhängigkeit von der kommunalen Wasserversorgung zu reduzieren.

Wassermanagement im Garten: Regenwasser speichern und nutzen

Die zunehmenden Hitze- und Trockenperioden erfordern ein Umdenken im Gartenbau, insbesondere im Hinblick auf das Wassermanagement. Landschaftsgärtner bieten verschiedene Lösungen an, um Regenwasser im eigenen Garten zu speichern und zu nutzen.

Achim Kluge vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) weist auf unterschiedliche Möglichkeiten hin: „Die einfachste und schnellste Lösung ist natürlich ein Regenfass, das einen Zulauf aus der Dachrinne hat. Wo genügend Platz ist, kann es aber auch eine unterirdische Zisterne sein oder ein Gartenteich, bei größeren Gärten vielleicht sogar eine Brunnenbohrung."

Obwohl die jährliche Regenmenge konstant bleibt, hat sich die Verteilung verändert. Lange Trockenphasen im Sommer wechseln sich mit Starkregenereignissen ab. Meteorologen prognostizieren, dass diese Entwicklung aufgrund des globalen Klimawandels mindestens 30 Jahre anhalten wird. In einigen Kommunen wird bereits über Verbote der Trinkwassernutzung für die Gartenbewässerung diskutiert.

Kluge empfiehlt Gartenbesitzern, sich frühzeitig Gedanken über die Unabhängigkeit von der kommunalen Wasserversorgung zu machen. Dazu gehören Maßnahmen zur Reduzierung der Verdunstung und zur Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Schattenspendende Bäume oder Hecken, geschlossene Bodendeckerflächen und die Einarbeitung von Kompost zur Erhöhung des Humusgehalts sind hierbei hilfreich. Bei Neupflanzungen ist die Wahl hitze- und trockenheitsresistenter Pflanzen entscheidend.

Wir erleben immer öfter, dass unsere Kundinnen und Kunden dankbar sind für praktische Hinweise im Umgang mit Wasser im Garten bzw. Wassermangel.

Eine effiziente Bewässerung erfolgt am besten in den frühen Morgenstunden oder am Abend, um den Wasserverbrauch zu senken. Gesammeltes Regenwasser bietet in Trockenzeiten mineralstoffreiches Wasser für die Pflanzen.

Anpassung bestehender Gärten und Pflanzenwahl

Besonders ältere Menschen suchen vermehrt Beratung und Unterstützung bei der Anpassung ihrer Gärten an die veränderten Klimabedingungen. Sie sorgen sich um die Pflege ihrer Pflanzen und den Erhalt langjähriger Gehölze. Kluge betont, dass etablierte Gärten mit altem Baumbestand und entwickelten Hecken oft robuster sind als neu angelegte Flächen.

Rasenflächen sind pflegeintensiv und benötigen regelmäßige Düngung, Bewässerung und Schnitte. Viele Gartenbesitzer entscheiden sich daher für pflegeleichtere Alternativen.

Ein Magerrasen oder eine Blumenwiese machen kaum Arbeit, sehen gut aus und bieten ganz nebenbei Futterquellen und Lebensräume für Insekten, Vögel und Kleintiere.

Kurz geschnittene Rasenflächen werden in vielen Gärten, insbesondere wenn die Kinder aus dem Haus sind, kaum noch für Spiel und Sport genutzt.

Vorgärten: Vielfalt statt Schotter

Vorgärten stellen oft eine besondere Herausforderung dar. Eine Umfrage des BGL zeigte, dass die Umwandlung in Schotterflächen häufig in der Annahme erfolgte, dies sei eine pflegeleichtere Lösung.

Wir wissen längst, dass das ein Irrtum ist. Denn auf solchen Flächen entwickeln sich vielmehr besonders hartnäckige Unkräuter. Zudem verstärken sie auch noch die negativen Folgen des Klimawandels und heizen die Luft direkt am Haus extrem auf!

Pflanzenreiche und vielfältige Gärten erfordern hingegen nur geringen Pflegeaufwand. Mit der richtigen Pflanzenwahl und einer angepassten Wasserversorgung, idealerweise durch Regenspeicherung, bieten Gärten langfristig wertvolle und angenehme Aufenthaltsmöglichkeiten, insbesondere für ältere Menschen, und sind eine Alternative zu aufgeheizten Innenräumen.

01.12.2022

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