Gartengestaltung

Gärten an den Klimawandel anpassen: Konzepte für Wasserrückhalt und angepasste Pflanzungen

Der Klimawandel erfordert neue Strategien für Gärten. Wasserrückhalt und angepasste Pflanzungen sind entscheidend, um Hitze und Starkregen zu begegnen. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Garten nachhaltig und ästhetisch gestalten können.

Herausforderungen und Lösungen für klimaresistente Gärten

Der Klimawandel stellt Gartenbesitzer vor neue Herausforderungen. Wochenlange Hitze- und Trockenphasen im Sommer sowie anhaltende Starkregenfälle erfordern angepasste Strategien. Die Bewässerung mit Trinkwasser wird zunehmend problematisch, sowohl ökologisch als auch finanziell. In einigen Regionen Deutschlands ist der Einsatz von Leitungswasser zur Gartenbewässerung bereits zeitweise untersagt.

Joana Gasper vom Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau e. V. (BGL) betont: „Wer einen eigenen Garten besitzt, kann sich auf einen großen Zugewinn an Lebensqualität freuen. Denn die gute Nachricht ist, dass es durchdachte Lösungen gibt, mit denen sich Gärten an das neue Klima anpassen lassen - wassersensibel, nachhaltig und ästhetisch ansprechend zugleich."

Der Schwammgarten als Vorbild

Ein zentrales Konzept, das von Fachbetrieben des Garten- und Landschaftsbaus (GaLaBau) empfohlen wird, ist der Schwammgarten. Dieses Prinzip orientiert sich an der Natur: Der Boden nimmt wie ein Schwamm große Mengen Regenwasser auf, speichert es und gibt es schrittweise wieder ab. Die drei Säulen dieses Konzepts sind Wasserrückhalt, Versickerung und Speicherung.

„Je nach Lage und Bodensituation schaffen wir vertiefte Flächen oder Mulden, die mit Pflanzen begrünt werden, welche sowohl mit Dauernässe als auch mit Trockenheit zurechtkommen. Auch die Anlage kleiner Teiche bietet die Möglichkeit ein kleines Ökosystem zu entwickeln, welches Niederschläge aufnimmt und peu à peu an den Boden und an das Grundwasser wieder abgibt. Durch diese Methode wird der natürliche Wasserkreislauf im eigenen Garten gefördert. Für Wege- und Terrassenflächen empfehlen wir durchlässige Beläge statt versiegelter Flächen, um die Versickerung in den Untergrund zu ermöglichen. Für Pflanzungen, die eine gleichbleibende Bodenfeuchtigkeit benötigen, bieten einfache Maßnahmen zur Bodenverbesserung eine dauerhafte Wirkung: Durch die Einarbeitung von Kompost oder Pflanzenkohle in den Boden wird die Wasserhaltefähigkeit der Pflanzfläche dauerhaft erhöht."

Diese Maßnahmen sorgen dafür, dass Regenwasser im Garten verbleibt, den Pflanzen zur Verfügung steht und die Kanalisation bei Starkregen entlastet wird.

Angepasste Pflanzkonzepte und Regenwassernutzung

Wassersensibles Gärtnern beinhaltet auch die Vermeidung von Hitzeentwicklung. Bäume und große Sträucher wirken als natürliche Klimaanlagen, indem sie Schatten spenden, die Umgebungstemperatur senken und eine übermäßige Aufheizung von Terrassen oder Hauswänden verhindern. Auch Dach- und Fassadenbegrünungen tragen zur Klimaregulierung bei, indem sie durch Verdunstung kühlen, Regenwasser speichern und die Gebäudehülle vor Sonneneinstrahlung schützen. Eine gezielte Planung ermöglicht die Schaffung von Schattenbereichen, die Aufenthaltsqualität und Wassereffizienz verbinden.

Joana Gasper ergänzt: „Wichtig ist auch die Auswahl geeigneter Pflanzen in den Beeten. Trockenheitsresistente Arten wie Lavendel, Salbei oder spezielle Ziergräser kommen mit wenig zusätzlichem Wasser aus und gedeihen auch in heißen Sommern prächtig."

Fachbetriebe des GaLaBau kennen bewährte Staudenmischpflanzungen mit unterschiedlichen Wurzeltiefen, die den Boden beschatten und die Verdunstung reduzieren. In feuchteren oder tiefer gelegenen Gartenbereichen können Pflanzen wie Sumpf-Schwertlilie, Blutweiderich oder Mädesüß eingesetzt werden, die mit zeitweiliger Nässe umgehen können. GaLaBau-Fachbetriebe beraten individuell zur optimalen Nutzung verschiedener Standortbedingungen.

Ein wesentlicher Bestandteil des wassersensiblen Gartens ist die Regenwassernutzung. Regenwasser, das über Dachflächen gesammelt wird, eignet sich zur Bewässerung. Schon einfache Regentonnen oder Zisternen können erhebliche Wassermengen speichern; eine Dachfläche von 100 Quadratmetern liefert bei zehn Millimetern Niederschlag rund 1.000 Liter Wasser.

Joana Gasper fasst zusammen: „Der Garten der Zukunft ist klimaangepasst, ressourcenschonend und schafft Oasen für Mensch und Natur. Wer heute wassersensibel plant, schützt nicht nur die Umwelt, sondern spart bares Geld und steigert langfristig den Wert seines Gartens."

29.04.2026

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