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Anbau nachwachsender Rohstoffe 2024 auf knapp 2,3 Mio. Hektar

22.05.2025

Die Anbaufläche für nachwachsende Rohstoffe (NawaRo) in Deutschland umfasste 2024 geschätzte 2,29 Millionen Hektar (ha) und bewegt sich damit weitgehend auf dem Niveau der vergangenen Dekade.

Mit einem Anteil von knapp 14 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche stellen NawaRo ein bedeutendes Standbein für landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland dar. Hier erzeugen sie Rohstoffe für die stoffliche Nutzung und den in Deutschland mengenmäßig wichtigsten erneuerbaren Energieträger Biomasse. Zugleich fallen erhebliche Mengen Koppelprodukte für die Tierernährung an.

Wichtige Rolle der Land- und Forstwirtschaft

Die nachwachsenden Rohstoffe leisten einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Nutzung landwirtschaftlicher Flächen in der Land- und Forstwirtschaft. Sie dienen nicht nur der Energieerzeugung, sondern auch der Herstellung biobasierter Materialien, die fossile Rohstoffe ersetzen. Damit tragen sie zur Reduktion von Treibhausgasemissionen und zur Förderung der Kreislaufwirtschaft bei. Rund 2,3 Millionen Hektar Anbaufläche verdeutlichen, wie stark sich diese Nutzungsform in der Agrarlandschaft Deutschlands etabliert hat.

Detaillierte Zahlen zu den Anbauflächen und Verwendungen der NawaRo finden sich im Bericht „Anbau und Verwendung nachwachsender Rohstoffe in Deutschland“. Die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR) erhebt diese Daten jährlich im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH). Ziel ist es, die Entwicklung in der Land- und Forstwirtschaft transparent zu dokumentieren und Trends frühzeitig zu erkennen.

Energiepflanzen bleiben wichtigste Nutzung

Energiepflanzen für Biogas stellten 2024 mit rund 1,35 Millionen Hektar erneut die größte Gruppe innerhalb des Anbaus nachwachsender Rohstoffe. Mais war mit knapp zwei Dritteln der Fläche weiterhin die Nummer 1 unter den Biogaskulturen, gefolgt von Gräsern, Zwischenfrüchten, Getreide, Zuckerrüben und Durchwachsener Silphie. Die Stromerzeugung aus Biogas ging 2024 leicht zurück, während die Anbaufläche für Biogassubstrate stabil blieb.

Mit dem im Februar 2025 in Kraft getretenen Biomassepaket haben Biogas-Altanlagen eine reelle Chance auf Weiterbetrieb. Damit dürfte der Anbau von Energiepflanzen auch künftig ein fester Bestandteil der deutschen Land- und Forstwirtschaft bleiben. Besonders Mais weist gegenüber Wirtschaftsdüngern wie Gülle und Mist einen deutlich höheren Energiegehalt auf und bleibt damit ein zentraler Bestandteil des Energiepflanzenanbaus.

Rückgang beim Raps, Zuwachs bei Faserpflanzen

Die Fläche mit Rapsanbau für die stoffliche und energetische Nutzung von Pflanzenölen verringerte sich 2024 leicht, analog zur gesamten Rapsanbaufläche in Deutschland. Im Vergleich zu 2023 ging sie um etwa sieben Prozent zurück. Diese Entwicklung spiegelt sich auch in den globalen Marktpreisen und der verhaltenen Nachfrage nach Pflanzenölen wider.

Im Gegensatz dazu wuchs die Anbaufläche heimischer Faserpflanzen. Besonders der Nutzhanfanbau legte zu – rund 7.000 Hektar wurden 2024 in Deutschland bestellt. Treiber dieser Entwicklung ist die steigende Nachfrage nach Hanffasern in der Bau-, Textil- und Automobilindustrie. Trotz des Wachstums bleibt Hanf im Vergleich zu anderen Kulturen noch eine Nische, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung in der nachhaltigen Land- und Forstwirtschaft.

Industriepflanzen unter Druck

Die positive Entwicklung bei den Faserpflanzen konnte den Rückgang bei industriell genutzten Kulturen wie Industriezucker, Stärke und technischen Ölen nicht ausgleichen. Diese belegten 2024 weniger Hektar als in den Vorjahren. Grund dafür ist die schwache konjunkturelle Lage der Chemieindustrie, die sich auch auf den Acker auswirkt. Weniger Nachfrage nach biobasierten Rohstoffen bedeutet geringere Produktionsanreize für Landwirte.

FNR als Projektträger für nachhaltige Entwicklung

Als Projektträger arbeitet die FNR im Auftrag des BMLEH sowie anderer Ministerien an der Förderung innovativer Projekte in der Bioökonomie. Sie unterstützt Forschung, Entwicklung und Wissenstransfer in allen Bereichen der Land- und Forstwirtschaft, die zur Stärkung nachwachsender Rohstoffe beitragen. Eine Zusammenfassung ihrer Aktivitäten im Geschäftsjahr 2023/24 ist im aktuellen Jahresbericht veröffentlicht.

Damit bleibt die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe ein zentraler Akteur für die nachhaltige Nutzung landwirtschaftlicher Hektarflächen in Deutschland – im Spannungsfeld zwischen Energieproduktion, Ressourcenschonung und wirtschaftlicher Zukunftsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft.

Weitere Informationen erhalten Sie hier:

Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR)

OT Gülzow - Hofplatz 1
18276Gülzow-Prüzen
Deutschland

Tel.:+49 3843 6930-0
Fax:+49 3843 6930-102

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