Arbeitskräftemangel im Gartenbau: Eine Bedrohung für die Grundversorgung
Der Gartenbau in Deutschland engagiert sich, um die Grundversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. Aktuell stehen Betriebe bei Pflanz- und ersten Erntearbeiten vor Herausforderungen, da Arbeitskräfte für saisonale Tätigkeiten fehlen. Sollten notwendige Pflanzungen nicht durchgeführt werden können, ist ein eingeschränktes Angebot absehbar.
Unsere Aufgabe ist es, die Versorgung mit frischen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse zu gewährleisten.
Dies betont Christian Ufen, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Gemüse (BfG). Er hebt hervor, dass Politik, Kundschaft und Produzenten gemeinsam für die passenden Rahmenbedingungen sorgen müssen. Ein vordringliches Problem sei die ausreichende Ausstattung mit Arbeitskräften. Jens Stechmann, Vorsitzender der Bundesfachgruppe Obstbau, ergänzt, dass Saisonarbeitskräfte aktuell frühzeitiger abgereist sind oder nicht anreisen können.
Die Ein- und Ausreisebeschränkungen von Nachbarländern und wichtigen Transitstaaten ändern sich fortlaufend, was zu Unsicherheit bei allen Beteiligten führt. Die Betriebe benötigen hier verlässliche Regelungen. Um die Weiterarbeit der bereits im Land befindlichen Saisonarbeitskräfte zu ermöglichen, wird eine Ausweitung der sozialversicherungsfreien Beschäftigung über die derzeitigen 70 Tage hinaus als notwendig erachtet. In einem gemeinsamen Schreiben an Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundesaußenminister Heiko Maas hat der Zentralverband Gartenbau (ZVG) zusammen mit weiteren Verbänden dringend die Sicherstellung der Anreise ausländischer Saisonarbeitskräfte gefordert.
Zudem sprechen sich die Verbände in einem Schreiben an Bundesarbeitsminister Hubertus Heil für kurzfristige Ausnahmen und Modifikationen beim Arbeitszeitgesetz und weiteren Arbeitsregelungen aus. Die heimischen Produzenten suchen parallel nach Lösungen vor Ort und in Kooperation mit anderen Betrieben, um die Produktion im bisherigen Umfang aufrechtzuerhalten.
Hintergrund der aktuellen Situation und politische Reaktionen
Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner thematisierte die Lage der Saisonarbeitskräfte im Sonderkulturbereich. Sie sprach sich für eine Einstufung der Land- und Ernährungswirtschaft als systemrelevanten Wirtschaftszweig aus. Dabei wurden Transitregelungen angesprochen, um die Einreise der Saisonarbeitskräfte zu gewährleisten. Klöckner erwähnte Gespräche mit anderen Ressortkollegen zur Prüfung von Unterstützungsmöglichkeiten, einschließlich der Lockerung bestimmter Regelungen.
Der ZVG hatte sich zusammen mit dem Deutschen Raiffeisenverband e. V. (DRV), dem Gesamtverband der deutschen land- und forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände e. V. (GLFA), dem Bundesausschuss Obst und Gemüse (BOG), der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse e. V. (BVEO) und dem Deutschen Bauernverband e. V. (DBV) an Bundesinnenminister Horst Seehofer, Bundesaußenminister Heiko Maas sowie Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gewandt, um auf die Situation der Branche aufmerksam zu machen.
