Herausforderungen für die Biodiversität im Wald
Der Internationale Tag der Wälder am 21. März steht in diesem Jahr unter dem Motto „Wälder und Biodiversität“. In Deutschland bedeckt Wald ein Drittel der Landesfläche, was 11,4 Millionen Hektar entspricht. Dieser Wald dient als Lebensraum für zahlreiche Insekten, Tiere und Pflanzen.
Hans-Georg von der Marwitz, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, betonte, dass die nachhaltige Waldbewirtschaftung in Deutschland bis zur aktuellen Krise zu einer positiven Entwicklung der Wälder geführt habe. Deutschland verfügt über den größten Holzvorrat in der Europäischen Union, wobei weniger Holz entnommen wird, als nachwächst.
Ohne die Wetterextreme der Jahre 2018 und 2019 wäre der Zustand der Wälder gut. Angesichts der Auswirkungen des Klimawandels sei es jedoch notwendig, die Wälder klimastabil umzubauen. Von der Marwitz bezeichnete dies als große Herausforderung, da nun Entscheidungen für kommende Generationen getroffen werden müssten.
Die letzten beiden Jahre haben uns mit einer Vielzahl von Wetterextremen und den daraus folgenden Schäden Grenzen aufgezeigt.
Der Internationale Tag der Wälder dient den Waldeigentümern in Deutschland als Anlass, auf die aktuelle Krise der Wälder und der darin lebenden Tier- und Pflanzenarten aufmerksam zu machen. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) veröffentlichte Ende Februar aktuelle Zahlen zu den Schäden: Der Schadholzanteil liegt bei rund 160 Millionen Festmetern, die Schadfläche bei 245.000 Hektar.
Das Überangebot an Holz und der resultierende Preisverfall auf dem Holzmarkt führen dazu, dass den Waldbewirtschaftern Erlöse fehlen, um in den Erhalt und die Stabilisierung ihrer Wälder zu investieren. Zusätzlich beeinträchtigen Arbeitsausfälle durch die Corona-Epidemie Teile der Branche.
Der AGDW-Präsident forderte Bund und Länder auf, finanzielle Hilfen für den Wald sicherzustellen. Hierfür seien die Vereinfachung der Antragstellung, eine schnelle Notifizierung in Brüssel und die Abschaffung der Deckelung Forstlicher Zusammenschlüsse erforderlich. Die Bundesregierung hatte den Waldbesitzern im vergangenen Jahr Hilfen in Höhe von 800 Millionen Euro zugesichert.
Das kürzlich veröffentlichte Vogelmonitoring des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) stützt die Annahme, dass der Wald ohne die jüngsten Wetterextreme in einem guten Zustand wäre. Während auf Wiesen und Äckern ein Vogelschwund zu verzeichnen ist, nehmen die Bestände im Wald zu. Zwischen 2005 und 2016 kamen rund eineinhalb Millionen Waldvögel hinzu, darunter Arten wie die Großtrappe, der Schwarzstorch und die Wiesenweihe. Dies belegt eine steigende biologische Vielfalt im Wald.
Auch der Indikatorenbericht Artenschutz des BfN bestätigt eine Zielerreichung der Artenvielfalt von 90 Prozent im Wald. Für den Walderhalt sei es nun die dringliche Aufgabe, die Schäden zu beseitigen und die zerstörten Flächen mit klimaresilienten Baumarten aufzuforsten.
