Klima- und Umweltschutz, Umweltschutz und Entsorgung

Artenvielfalt bewahren, Menschen einbeziehen

Ein neuer Bericht evaluiert den REDD+-Mechanismus zur Reduzierung von Emissionen in Entwicklungsländern. Er betont die Notwendigkeit, Waldbiodiversität und die Lebensgrundlage lokaler Gemeinschaften zu berücksichtigen, um Klimaschutzziele langfristig zu erreichen.

REDD+-Mechanismus: Herausforderungen und Chancen für den Klimaschutz

Die Abholzung und Zerstörung großer Waldflächen in Entwicklungsländern führt täglich zum Verlust der Artenvielfalt. Die dabei freigesetzten Kohlenstoffdioxid-Emissionen (CO2) tragen erheblich zum weltweiten Treibhausgasausstoß bei. Seit etwa fünf Jahren verhandelt die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) den sogenannten REDD+-Mechanismus, der darauf abzielt, Entwicklungsländer finanziell zu entschädigen, wenn sie ihre Emissionen reduzieren.

Dieser Mechanismus steht erneut auf der Tagesordnung der nächsten Klimarahmenkonvention in Doha/Katar. Ein Bericht von etwa 60 internationalen Forschenden evaluiert REDD+. Die Expertinnen und Experten betonen, dass Klimaschutzziele langfristig nur erreicht werden können, wenn der Schutz der Waldbiodiversität und die Bedeutung des Waldes als Lebensgrundlage für die ansässige Bevölkerung berücksichtigt werden.

Dr. Christine Schmitt vom Institut für Landespflege der Universität Freiburg war als leitende Autorin an diesem Bericht beteiligt und konzentrierte sich auf die ökologischen Auswirkungen der REDD+-Maßnahmen.

Die Schrift ist die bisher umfangreichste wissenschaftliche Analyse, die sich mit der Umsetzung des Mechanismus befasst.

Der Bericht untersucht, wie sich Maßnahmen wie die Einrichtung von Schutzgebieten, nachhaltige Waldbewirtschaftung oder die Wiederaufforstung degradierter Flächen auf den Kohlenstoffhaushalt und die Artenvielfalt tropischer Wälder auswirken können. Zudem werden mögliche sozioökonomische Folgen für die lokale Bevölkerung dargestellt.

Die Forschenden kommen zu dem Schluss, dass ein einseitiger Fokus auf Kohlenstoffbilanzen im Wald langfristig nicht ausreicht, um Klimaschutzziele zu erreichen. REDD+-Maßnahmen müssen die Artenvielfalt in Wäldern berücksichtigen, da diese für die Klimaanpassung und ökologische Funktionen wie die Kohlenstoffbindung entscheidend ist. Darüber hinaus sind Maßnahmen nur dann langfristig erfolgreich umsetzbar, wenn die Rechte und Bedürfnisse der lokalen Bevölkerung gewahrt bleiben.

Deshalb können REDD+ Maßnahmen nicht pauschal empfohlen werden, sondern müssen in ihrer Wirkung auf Kohlenstoffbilanz und Biodiversität dem jeweiligen Waldtyp angepasst werden. Gut für den Kohlenstoff heißt dabei nicht immer gut für die Biodiversität.

Die Ergebnisse des Berichts dürften bei Entwicklungs- und Biodiversitätsexperten auf Resonanz stoßen. Es bleibt abzuwarten, ob auch die Klimaschutzexperten der UNFCCC überzeugt werden können.

26.11.2012

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