Naturschutz

Blühstreifen im Grünland: Artenvielfalt und intensive Nutzung in Einklang bringen

Ein Forschungsprojekt untersucht, wie intensive Grünlandnutzung mit Umweltschutz und Artenvielfalt vereinbart werden kann. Blühstreifen sollen dabei helfen, die Artenvielfalt zu erhöhen, anstatt nur ihren Rückgang zu stoppen.

Pilotprojekt zu vernetzten Blühstreifen im Grünland

Die Universität Hohenheim in Stuttgart und das Landwirtschaftliche Zentrum für Rinderhaltung, Grünlandwirtschaft, Milchwirtschaft, Wild und Fischerei Baden-Württemberg (LAZBW) in Aulendorf kooperieren in einem Projekt, das die Wirksamkeit und Umsetzbarkeit dieser Blühstreifen im Grünland erforscht. Das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz (MLR) fördert das Vorhaben mit rund 325.000 Euro für die Universität Hohenheim.

Pflanzenwissenschaftler Dr. Ulrich Thumm von der Universität Hohenheim betont die Dringlichkeit des Handlungsbedarfs. In Baden-Württemberg machen Grünlandflächen 38 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche aus, wovon zwei Drittel intensiv bis mittelintensiv genutzt werden.

Unser Ziel muss es sein, dass wir nicht nur das Verschwinden der Insekten stoppen, sondern im Gegenteil ihre Anzahl und Vielfalt erhöhen können.

Das Kooperationsprojekt untersucht, wie die Seitenränder intensiv bewirtschafteter Flächen zur Steigerung der Artenvielfalt genutzt werden können. Wenig genutztes Grünland bietet mit seiner Pflanzenvielfalt, die zu unterschiedlichen Zeiten blüht, Lebensraum für zahlreiche Tierarten. Die Ränder intensiv genutzter Flächen spielen dabei eine wichtige Rolle, da sie Biotope vernetzen und die Ausbreitung von Samen und flugunfähigen Insekten erleichtern.

Erste Ergebnisse aus einem Pilotprojekt zeigen eine deutliche Zunahme der Pflanzenvielfalt auf diesen Streifen. Dr. Thumm weist jedoch darauf hin, dass es einige Jahre dauern kann, bis die neu geschaffenen Strukturen von der entsprechenden Fauna angenommen werden. Das aktuelle Projekt soll hierzu genauere Daten liefern.

Herausforderungen und Verwertung von Schnittgut der Blühstreifen

Die Anlage von Blühstreifen bedeutet für Landwirte zunächst einen Mehraufwand. Die Bewirtschaftung der Streifen ist jedoch mit betriebseigenen Gerätschaften durchführbar. Eine offene Frage ist die Qualität des Schnittguts der Blühstreifen und dessen Verwertbarkeit als Tierfutter. Das Projekt prüft daher, wie die Bewirtschaftung der Randstreifen in die normalen Betriebsabläufe integriert werden kann und welche Auswirkungen dies auf den Aufwand und mögliche Ertragsausfälle für die Landwirte hat.

Hintergrund des Forschungsprojekts zu extensivierten Grünlandrandstreifen

Das Kooperationsprojekt trägt den Titel „Floristische und faunistische Untersuchungen extensivierter Grünlandrandstreifen und Verwertbarkeit der Aufwüchse“. Es widmet sich der Frage, welchen Einfluss unterschiedliche Varianten von alternativ bewirtschafteten, blühenden Randstreifen auf die tierische und pflanzliche Biodiversität haben und welche Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet werden können.

Partner sind das Institut für Kulturpflanzenwissenschaften der Universität Hohenheim und das LAZBW. Das Projekt, gefördert durch das MLR, startete am 1. Mai 2020 und ist bis zum 30. April 2022 geplant.

26.05.2020

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