Die Grüne Stadt

Grüne Dächer als Lebensraum für Insekten

Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt zielt darauf ab, Verfahren für die artenreiche Begrünung von Dächern mit gebietseigenen, blütenreichen Wildpflanzen weiterzuentwickeln und zu erproben. Das Bundesamt für Naturschutz fördert das Projekt mit rund 545.000 Euro.

DaLLî: Artenreiche Dachbegrünung für den Insektenschutz

Dachbegrünungen können zum Natur- und Klimaschutz beitragen, insbesondere in urbanen Gebieten. Bisher werden extensive Dachbegrünungen oft mit artenarmen Pflanzenmischungen aus gebietsfremden Arten und Zuchtsorten umgesetzt. Ein neues Projekt im Bundesprogramm Biologische Vielfalt zielt darauf ab, Verfahren für die artenreiche Begrünung von Dächern mit gebietseigenen, blütenreichen Wildpflanzen weiterzuentwickeln und zu erproben.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Projekt „DaLLî – Extensive Dachbegrünungen in urbanen Landschaften als Lebensraum für Insekten“ mit rund 545.000 Euro aus Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit.

In den Städten gibt es oft eine große Konkurrenz um knappe Flächen. Für den Schutz der Insekten sind grüne Dächer eine Chance. Dabei kommt es darauf an, Gründächer so zu gestalten, dass sie auch Nahrungs- und Nistmöglichkeiten für Insekten bieten.
Dies gilt insbesondere für spezialisierte Insektenarten: So sind konventionelle Dachbegrünungen beispielsweise für manche Wildbienen, die ausschließlich Pollen bestimmter Pflanzenarten sammeln, kaum nutzbar. Wie Insekten von einer Dachbegrünung mit artenreichen, gebietseigenen Pflanzenmischungen sowie geeigneten Nistmöglichkeiten profitieren können, wird im Projekt DaLLî untersucht und erprobt.

Erprobung und Weiterentwicklung der Begrünung

An sechs Modelldächern im Nordwestdeutschen Tiefland wird die Begrünung mit Wildpflanzen aus regionaltypischen Sandmagerrasen evaluiert und weiterentwickelt. Dabei wird die Wirksamkeit als Lebensraum für blütenbesuchende Insekten untersucht. Zusätzlich sollen auf den Dächern Sonderstrukturen wie Sandlinsen und Totholz eingebracht und auf ihre Eignung als Nisthabitate für Insekten getestet werden.

Drei der sechs Gründächer mit gebietseigenen Wildpflanzen werden von externen Kooperationspartnern angelegt: der Alfred Töpfer Akademie für Naturschutz (NNA), der Friedrich Lütvogt GmbH & Co. KG sowie der GEWOBA AG.

Wissensvermittlung und Akzeptanzförderung für Gründächer

In Kooperation mit dem Verein GebäudeGrün e.V. werden Fortbildungsveranstaltungen für Planungs-, Architektur- und Ingenieurbüros sowie für Garten- und Landschaftsbau-Unternehmen konzipiert und durchgeführt. Diese Maßnahmen sollen die notwendigen Kenntnisse für die Anlage naturschutzfachlich hochwertiger extensiver Dachbegrünungen vermitteln.

Zusätzlich sind zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeitsmaßnahmen für Behörden, Privatpersonen, Schüler und Studenten geplant. Diese sollen die Akzeptanz und Umsetzung grüner Dächer steigern. Träger des Projekts „DaLLî“ ist die Hochschule Osnabrück.

27.05.2020

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