Solidarität in der Krise: Gemeinsame Lösungen für die Lieferketten
Angesichts anhaltender Kostensteigerungen und Rohstoffengpässe appellieren der Herstellerverband Haus & Garten (HHG) und der Industrieverband Garten (IVG) e.V. an alle Marktbeteiligten, sich den aktuellen Herausforderungen solidarisch zu stellen. Die Verbände warnen vor deutlichen Engpässen bei der Warenversorgung, insbesondere im ersten Quartal des kommenden Jahres, bedingt durch die angespannte Marktlage seit Pandemiebeginn und dem Ukrainekrieg.
Um die wirtschaftliche Existenz der Hersteller und die zuverlässige Versorgung der Konsumenten mit Bau-, Heimwerk- und Gartenbedarfsartikeln zu sichern, sind partnerschaftliche Lösungen unerlässlich. Dazu gehören flexible Lieferbedingungen und auskömmliche Preise. Die seit Monaten gestörten Lieferketten beeinflussen weiterhin die Preisgestaltung der Hersteller.
Viele Unternehmen haben ihre Beschaffungsstrategien angepasst. Die Industrie bemüht sich, technische Alternativen und neue Zulieferer zu finden, wenn Rohmaterialien fehlen. Ziel ist es, die Produktion auf hohem Niveau zu halten und Kosten zu kontrollieren. Dennoch stehen viele Marktbegleiter vor wirtschaftlichen Schwierigkeiten.
Preissteigerungen sind nicht nur bei Erdgas, Erdöl und Strom zu verzeichnen, sondern auch bei Rohstoffen wie Metallprodukten und chemischen Erzeugnissen. Im Juni 2022 stiegen die Erzeugerpreise für Mineralölerzeugnisse im Vergleich zum Vorjahr um 41,8 Prozent, für chemische Erzeugnisse um 28,5 Prozent, für Metalle um 24,1 Prozent und für Metallerzeugnisse um 15,9 Prozent. Besonders stark betroffen waren Düngemittel und Stickstoffverbindungen mit einem Anstieg von 100,4 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat (Quelle: Statistisches Bundesamt).
Angesichts dieser Entwicklung, deren Ende nicht absehbar ist, sind pragmatische Lösungen und gegenseitiges Verständnis gefragt.
Insbesondere mit Blick auf den Herbst und damit verbundene Unsicherheiten bei der Gasversorgung ist es enorm wichtig, dass die Branche zusammenhält. Egal, ob Zulieferer, Hersteller oder Händler – jetzt ist nicht die richtige Zeit für Muskelspiele.
Dies betont Anna Hackstein, IVG-Geschäftsführerin. Die Wirtschaftlichkeit aller Marktteilnehmer stehe im Fokus und lasse sich langfristig nur durch Flexibilität und die Bereitschaft zu außergewöhnlichen Maßnahmen sichern. Die Verbände appellieren daher an Handel und Industrie, Kosteneinsparungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette zu prüfen.
Zusätzlich wünschen sich die Verbände Unterstützung von der Politik.
Auch wenn unsere Industrie nicht an der Spitze der Prioritätenliste der Gaszufuhr steht, so wäre eine Unterstützung bei der Bewältigung der Folgen und notwendigen Anpassungen immens wichtig. Es ist davon auszugehen, dass auf die Hersteller zusätzlich zu den aktuellen Belastungen weitere notwendige Investitionen zukommen.
So Norbert Lindemann, HHG Geschäftsführer.
