Personal und Karriere

Unfallrisiko und Erkrankungen: Azubis fehlen häufiger und länger

Auszubildende sind im Vergleich zu älteren Arbeitnehmern häufiger und länger krankgeschrieben. Eine Analyse des DAK-Gesundheitsreports 2016 zeigt ein erhöhtes Unfallrisiko und mehr Atemwegserkrankungen bei Berufsanfängern. Dies kann den Ausbildungserfolg gefährden.

Erhöhtes Unfallrisiko bei jungen Auszubildenden

Auszubildende weisen im Vergleich zu älteren Arbeitnehmern signifikante Unterschiede bei den Krankschreibungen auf. Eine Analyse des DAK-Gesundheitsreports 2016 zeigt, dass Berufsanfänger, insbesondere im Alter von 15 bis 19 Jahren, ein erhöhtes Unfallrisiko haben. Im Jahr 2015 entfielen auf 100 Arbeitnehmer dieser Altersgruppe 22 Unfälle, während es über alle Altersgruppen hinweg neun Unfälle waren. Dies entspricht einem Anstieg von 144 Prozent. Auch bei Erkrankungen des Atmungssystems lagen Berufsstarter vorn; ein Erkältungsfall trat in dieser Gruppe doppelt so häufig auf wie bei DAK-versicherten Arbeitnehmern zwischen 15 und 65 Jahren.

Schwere der Verletzungen und Auswirkungen auf die Ausbildung

Auszubildende sind nicht nur häufiger von Unfällen betroffen, sondern erleiden auch schwerere Verletzungen. Während ältere Arbeitnehmer eher Verstauchungen erleiden, kommt es bei Berufsstartern häufiger zu Verrenkungen des Knies oder Knochenbrüchen. Elisabeth Thomas, Ärztin bei der DAK-Gesundheit, führt dies auf eine höhere Risikobereitschaft bei jüngeren Menschen zurück, die sich in riskanteren Sportarten und einem anderen Freizeitverhalten äußert.

Im Jahr 2015 waren Erkrankungen des Atmungssystems der häufigste Grund für Krankschreibungen bei Berufsstartern, mit rund 76 Fällen pro 100 DAK-versicherte Azubis. Obwohl diese Erkrankungen häufiger auftreten, sind sie aufgrund ihrer kürzeren Dauer weniger relevant für die Gesamtzahl der Fehltage. Atemwegserkrankungen führen im Durchschnitt zu etwa vier Fehltagen, während Verletzungen durchschnittlich zehn Fehltage verursachen. Ein verrenktes Knie kann zu 20 Fehltagen führen, ein Oberschenkelbruch sogar zu 55 Tagen.

Unfallbedingt lange im Job und in der Berufsschule zu fehlen, kann unter Umständen den Ausbildungserfolg gefährden.

Elisabeth Thomas empfiehlt Betroffenen, die operiert werden müssen, verstärkt nach kurzstationären Angeboten zu suchen, um Fehlzeiten zu verkürzen. Die DAK-Gesundheit bietet ihren Versicherten spezielle Behandlungsangebote in einem eigenen Spezialisten-Netzwerk an. In ausgewählten Kliniken werden schonende Verfahren wie minimal-invasive, mikrochirurgische und endoskopische Operationstechniken eingesetzt, um eine schnellere Genesung und Rückkehr an den Arbeitsplatz zu ermöglichen.

Vergleich der Erkrankungsarten nach Altersgruppen

Die Analyse des Krankenstands basiert auf Daten von 2,7 Millionen erwerbstätigen Versicherten der DAK-Gesundheit, die vom IGES Institut in Berlin ausgewertet wurden. Die DAK-Gesundheit ist mit rund sechs Millionen Versicherten die drittgrößte Krankenkasse Deutschlands.

15- bis 19-jährige Auszubildende

  1. Atmungssystem (28,6 Prozent)
  2. Verletzungen (19,5 Prozent)
  3. Infektionen (11,3 Prozent)
  4. Verdauung (8,6 Prozent)
  5. Muskel-Skelett-Erkrankungen (8,2 Prozent)
  6. Psychische Erkrankungen (7,2 Prozent)
  7. Unspezifische Symptome (5,8 Prozent)
  8. Nervensystem, Augen, Ohren (2,9 Prozent)
  9. Haut (2,7 Prozent)
  10. Urogenitalsystem (1,7 Prozent)

15- bis 65-jährige Erwerbstätige

  1. Muskel-Skelett-Erkrankungen (21,7 Prozent)
  2. Atmungssystem (16,6 Prozent)
  3. Psychische Erkrankungen (16,2 Prozent)
  4. Verletzungen (11,7 Prozent)
  5. Verdauung (5,2 Prozent)
  6. Infektionen (4,6 Prozent)
  7. Neubildungen (4,5 Prozent)
  8. Kreislaufsystem (4,3 Prozent)
  9. Nervensystem, Augen, Ohren (4,2 Prozent)
  10. Unspezifische Symptome (3,8 Prozent)

Die angegebenen Prozentwerte beziehen sich auf den Anteil der jeweiligen Erkrankungsart an allen Fehltagen im Jahr 2015.

09.09.2016

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