Qualitätssicherung und Ernteverfrühung durch Spargelfolien
Im deutschen Spargelanbau werden spezielle Folien aus Polyethylen (PE) eingesetzt. Diese Folien bedecken die etwa 50 cm hohen Erddämme. Üblich sind Wendefolien mit einer schwarzen und einer weißen Seite sowie zusätzliche Folien zum Schutz vor Tau und Kälte. Experten des TÜV Süd und der Hochschule Geisenheim bestätigen, dass diese Folien weder die Gesundheit der Konsumenten beeinträchtigen noch den Geschmack negativ beeinflussen.
Die Folien wirken wie ein Gewächshaus und ermöglichen eine Ernteverfrühung um etwa vier Wochen. Ohne Folien würde der erste Spargel erst Anfang Mai verfügbar sein. Zudem tragen sie zur Qualität des Spargels bei, indem sie weiße, gerade und zarte Stangen fördern. Dies ermöglicht es, ein preiswertes Produkt anzubieten, bei dem der Anteil an holzigen Stangen gering ist. Die Folien tragen auch dazu bei, das Angebot und den Preis während der Saison stabil zu halten.
Ablauf im Spargelbetrieb während der Erntezeit
Spargel gedeiht nicht auf jedem Boden, sondern bevorzugt schnell erwärmbare Böden ohne Verdichtungen, wie sie in den typischen Anbaugebieten zu finden sind. Bevor ein Feld zum ersten Mal beerntet werden kann, vergehen zwei Jahre. Im Pflanzjahr und im Folgejahr wird auf die Ernte verzichtet, damit sich die jungen Pflanzen entwickeln können.
Kurz vor der Ernte reisen die Erntehelfer an, von denen viele aus Osteuropa stammen. Sie unterstützen die Betriebe mit Fachkenntnis und Fleiß, oft über viele Jahre hinweg. Zeitgemäße Wohnmöglichkeiten mit ausgestatteten Gemeinschaftsküchen sowie Freizeitangebote gehören zur Ausstattung. Fast drei Monate lang, bis zum Johannistag, wird täglich Spargel gestochen. Danach erholen sich die Pflanzen bis zum nächsten Frühjahr.
