Wachsende Akzeptanz digitaler Werkzeuge
Die Digitalisierung gewinnt im Baugewerbe zunehmend an Bedeutung. Eine Teilstudie des Digitalisierungsindex Mittelstand, die 2017 von der Telekom und techconsult durchgeführt wurde, belegt diesen Trend. Im Rahmen der Untersuchung wurden 2.000 kleine und mittelständische Unternehmen befragt, wobei eine wachsende Akzeptanz neuer Technologien festgestellt wurde.
Der Digitalisierungsindex für das Baugewerbe erreichte 49 von 100 möglichen Punkten, was einer Steigerung von drei Punkten gegenüber dem Vorjahr entspricht. Trotz dieser Entwicklung befindet sich das Baugewerbe im Branchenvergleich noch im unteren Drittel hinsichtlich des Digitalisierungsgrades.
Einsatz digitaler Werkzeuge
Die Baubranche hat die Digitalisierung stärker in den Fokus gerückt. 31 Prozent der befragten Unternehmen gaben an, digitale Werkzeuge fest in ihre Strategie integriert zu haben; im Jahr 2016 waren es noch 19 Prozent. Dies deutet auf ein wachsendes Bewusstsein für die Vorteile der Digitalisierung hin.
Besonders im Bereich der Kundenbeziehung setzen Unternehmen auf digitale Lösungen, beispielsweise durch Webseiten für Kundenanfragen oder mobile Anwendungen zur schnelleren Reaktion auf Anfragen. Auch die Baudokumentation wird zunehmend digitalisiert.
Ein Grund hierfür ist die Effizienzsteigerung durch den Einsatz mobiler Endgeräte auf Baustellen. 27 Prozent der Unternehmen statten ihre Mitarbeiter bereits mit Smartphones und Tablets aus, weitere 39 Prozent planen dies. Laut Digitalisierungsindex haben IT- und Informationssicherheit sowie Datenschutz mit 57 Punkten höchste Priorität. In den Bereichen Produktivität, Produkte, Services und Geschäftsmodelle besteht im Baugewerbe noch Entwicklungsbedarf.
Digitaler Mehrwert und Ausblick
Die digitale Transformation hat sich für viele Baubetriebe bereits ausgezahlt. 80 Prozent der Unternehmen berichten, dass eine eigene Webseite den Umsatz fördert. Cloud-Lösungen tragen zur Effizienzsteigerung bei: 75 Prozent der Anwender konnten die Qualität ihrer internen Prozesse verbessern.
Dies zeigt: Investitionen in digitale Lösungen rentieren sich. Sie tragen dazu bei, den Umsatz zu steigern, Kosten zu verringern und flexibler zusammen zu arbeiten.
Thomas Spreitzer, verantwortlich für den Vertrieb im Bereich kleine und mittlere Unternehmen sowie den Partnervertrieb und das Marketing bei der Telekom Deutschland, weist darauf hin, dass einige mittelständische Unternehmen noch keine Internetpräsenz besitzen oder in sozialen Medien aktiv sind. Für diese sei der Einstieg in die Digitalisierung nun entscheidend.
Ein weiterer Aufschwung in der digitalen Transformation wird in den kommenden Jahren erwartet, begünstigt durch niedrige Zinsen, die den Wohnungsbaumarkt und große Infrastrukturprojekte ankurbeln.

